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Abenteuerreise nach Kamerun

Am 7.Oktober 2006 starten die beiden Abenteurer Joel Calonder und Reto Jäger eine Abenteuerreise nach Kamerun, ihr Ziel ist Bamenda in Kamerun nach ungefähr vier Wochen zu erreichen. Joel Calonder macht die Reise, weil er für sein Wasserprojekt in Kamerun ein Fahrzeug braucht. Das Fahrzeug mit dem Flugzeug nach Kamerun zu schicken wäre zu teuer, deshalb kam er auf die Idee, die Strecke nach Kamerun zu fahren. In Reto Jäger fand er einen treuen Begleiter. Eine solche Abenteuerreise war für Reto Jäger ein lang gehegter Wunsch und zudem eine grosse Herausforderung.

Die Reise führte durch unwegsames Gelände, über Wege die eigentlich nicht als solche bezeichnet werden können, aber auch mitten durch herrliche Landschaften oder quer durch die Wüste, wo es nichts anderes als Sand, Sand und nochmals Sand gibt. Die beiden Abenteuer trafen unterwegs viele Leute und standen oftmals vor Problemen.
Titel 002
Während der Reise ist ein Tagebuch entstanden, immer wieder kamen Liveberichte hier in der Schweiz an, per SMS oder per Email, wenn die Möglichkeit bestand eines zu schreiben. Das ganze Tagebuch steht zum Download zur Verfügung. Oder als Druckversion ca. 10MB

 

Erlebnisberichte aus dem Jahr 2012

Bericht vom 17. November 2012

Gestern, am 16.November 2012 sind wir nach neunstündiger Fahrt aus der messaga hier in Bamenda angekommen!
Die Regenzeit hat pünktlich aufgehört, heisst um Mitte November. Was Anfang Jahr als neue Strasse von Benakuma nach Baworo gebaut wurde ist kaum mehr sichtbar. Es bleiben vor allem die Bach und Flussübergänge als Zeichen davon, ansonsten hat der Regen das Seine getan.
Zum Wasserprojekt: Da bin ich echt froh kein neues Projekt starten zu müssen, da es echt nicht klappt mit dem Unterhalt der Anlagen.
Rohrverstopfung_web
Apropos Quellfassungen, da haben wir hingegen bereits den Spatenstich einer Fassung in Urgbakan nahe der Kirche getan. Grund dafür war ein vom Strassenprojekt zu hoch gelegter Wasserdurchlass, der ihre natürlich vorhande Quelle und das Quellloch überflutete. Sicher 50 Personen haben so seit Mai kein Trinkwasser mehr in ihrer Nähe! Davon betroffen ist auch die Kirchgemeinde! Im Weiteren sehe ich mit meiner Frau Mafisa, dass unsere Präsenz und die Betreuung in vielen Bereichen weiterhin ein Bedarf ist.
Joel

Bericht Ende Oktober 2012

Genau sechs Jahre ist es her, dass ich zusammen mit Reto Jäger mit dem Toyota Hilux die Sahara durchquerend, hier in Bamenda ankam. Es war der Start zu unserem ersten Trinkwasservorhaben in der Messaga-ekol, dem in den darauffolgenden Jahren drei weitere folgten.
Jetzt stehen wir vor einer ganz neuen Ausgangslage. Ich gehe mit Rahel –Mafisa, meiner frisch verheirateten Frau und zugleich leitenden Krankenschwester in Bagundu, zurück in die Messaga. Wir werden ein erstes Mal den Fluss bei Baworo über die neu erstellte Brücke passieren. Was nicht heissen soll, dass es jetzt einfacher ist dorthin zu fahren. Wir befinden uns nämlich noch voll in der Regenzeit und erfuhren, dass die neu erstellte Strasse streckenweise wie eine Seifenbahn sei, und Autos für Stunden (bis die Sonne wieder scheint) steckenblieben.
Einmal dort, wird mein Augenmerk vor allem darauf gerichtet sein, die gebauten Anlagen in Betrieb zu sehen. Das heisst ich werde prüfen ob Wasserhahnen der Anlagen funktionieren, die Reservoirs und Brunnenstuben gereinigt werden usw. Nur falls wir die Wasseranlagen in einem guten Zustand vorfinden werden wir mit neuen Projekten starten.

Wasser, das Thema hat mich auf unserer Reise durch Marokko bis hierher begleitet. Das Thema Unterhalt einer Anlage ist hier wie dort von Aktualität. Alle wollen Wasser, niemand will aber etwas dafür tun! Letzte Woche sahen wir bei Kumba ein sicher 50`000 Lt. fassendes, tiefgelegenes und kaum vier Jahre altes Reservoir. Der Leitungsbau mit einer Pumpstation wurde bis heute nicht errichtet! Wer Wasser will, begibt sich nach wie vor bis zur weit entfernten Quelle!
Reservoir Kumba

Bericht im Mai 2012

Das sechste Einsatzjahr in der Messaga-ekol geht zu Ende. Für die Bevölkerung ein ereignisreiches und positives Jahr. Denn seit November 2011 kamen Baumaschinen der Messaga immer näher und überquerten letztendlich den Fluss in Baworo. Arbeiter errichteten in Ballin ein grosses Camp um von dort aus erst einmal eine Piste Richtung Akwaya zu öffnen und Bachdurchlässe zu erstellen. Die fünfzig Meter lange Brücke in Baworo geht der Vollendung entgegen.
Die Bruecke
Tonis zweiter Messaga Einsatz brachte die Krankenstation auf Hochglanz. Danke Dir Toni! Ganz anders das Wasserprojekt. Während Tonis Aufenthalt gelang es dem einheimischen Wassermanagement – Team nicht, die bestehende Anlage in Betrieb zu halten. Es benötigte immer unser Zutun, damit etwas vorwärts ging. Aus diesem Grund starteten wir keine neuen Grossprojekte, was wir schon vor einem Jahr angekündigt haben. Es gab aber trotzdem auch Erfolge zu verbuchen. Mit Hilfe der jeweiligen Einwohner konnten wir zwei einfache Quellfassungen realisieren.
Jetzt ist meine Frau Mafisa und ich unterwegs in die Schweiz, wo wir heiraten werden: Jupi! Auch dies brauchte viel Geduld und Durchhaltewillen!

Bericht im März 2012

Morgen fahren wir, das heisst Toni Innerhofer, welcher sich hier während zwei Monaten einsetzte die Krankenstation Bagundu in Schuss zu bringen, Mafisa meine werdende Frau und ich über die im Vollausbau begriffene Strasse nach Bamenda.
Es soll dies nun bereits in weniger als vier Stunden Fahrzeit möglich sein! „Jedenfalls solange die Trockenzeit anhält“. Ja die Arbeiten an der Strasse nach Akwaya brachten neue Dimensionen in die Messaga; Caterpillars tauchten auf und veränderten das Landschaftsbild. Hier ist ebenfalls ein grosses Campement am Entstehen.
Ganz normal ist es nun, täglich Autos zu hören und clevere Geschäftsleute aus Bamenda verkaufen jetzt in Ballin Kochtöpfe, Kleider und seit neustem sogar Tomaten und Karotten!

Dies während unser Entwicklungsprojekt sozusagen auf Sparflamme eingestellt ist. Mit Oliver, unserem einheimischen, Mann realisierten wir als erstes ein Kleinprojekt nur mit Quellfassung und Brunnenstube. Paul Focho unser Vertragspartner kam nur zum Einsatz am laufenden Projekt in Lower Bakinjow , um das Wasser einer dritten Quelle zu fassen und dies ins letztes Jahr gebaute Leitungssystem zu lenken.

In Lower Bakinjow selbst haben sie es nun endlich geschafft, die restlichen zwei Kilometer Grabarbeiten für die Wasserleitung zu vollenden. Ab nächster Woche werden dort die Röhren verlegt, sowie vier Wasser-Zapfstellen gebaut. Arbeiten, die bis zu meiner Abreise in die Schweiz, Ende April, ausgeführt sein sollten.
Zu einer weiteren neuen Wasserversorgung kommt es vorläufig nicht! Zuerst müssen organisatorische und finanzielle Hürden mit den verantwortlichen Gemeinden überwunden werden.

Dies heisst, dass wir zur Zeit nur bereit sind einfache Quellfassungen mit oder ohne Brunnenstube nach Anfrage zu bauen und ich nicht müde werden darf aufzuzeigen, wie eine Grossanlage funktionstüchtig erhalten werden kann.

 

Erlebnisberichte aus dem Jahr 2011

Bericht Mitte Dezember 2011

Anstatt am Steuer des Toyota zu sitzen, verweile ich mich hier wieder mal mit dem Computer! Leider hatten wir heute Morgen eine Panne. Eine defekte Öldruckleitung und eine verrostete durchlöcherte Benzinzuleitung: Dies ist Afrika!
Das Normalleben in der Messaga ist wieder einigermassen eingekehrt! Von Frieden kann aber trotzdem noch nicht gesprochen werden, da die direkt betroffenen Esimbi Leute bis heute nicht bereit waren an einen Tisch zu sitzen.
Dafür patrouilliert jetzt im zerstörten Baworo ein ständiger Trupp von Gendarmen. Dadurch herrscht Ruhe. In Ballin gibt es seit vergangenem Juni einen Gendarmposten, der zeitlich begrenzt durch einen kleinen Friedenstrupp unterstützt wird.
Wir vom Projekt verloren dabei Waren wie Zement, Wasserleitungen und einiges mehr…
In der Messaga angelangt, musste ich schnell zur Kenntnis nehmen, dass das angestrebte Funktionieren des Wasserkomitees zum Unterhalt der Anlagen nicht klappt. Einerseits weil der Präsident lange krank und auch im Spital war, andererseits weil die betroffenen Menschen nicht willig sind für neue Wasserhähnen Geld auszugeben.
Lautes Lachen rufe ich hervor indem ich Frage, ob sie für den Betrieb ihres Handys auch nicht bezahlen müssten.
Beim den Installationen des letztjährigen Projekts in Lower Bakinjow sind die Hahnen intakt, das Wasser fliesst. Die Krankenstation und ebenso einige weiteren Zapfstellen sind ebenfalls immer noch mit Wasser erschlossen. Das letztjährige Projekt erhält jetzt eine Verlängerung um zwei mal etwa 1000 Meter und zwei neue Zapfstellen.
He, nun muss ich gehen. Am Samstag ist in Ballin eine grosse Doppelbeerdigung.
Gruss Joel

Bericht vom 24. Oktober 2011

Seit nunmehr drei Wochen bin ich in Kamerun, bereiste mit meiner Frau Mafisa den extemen Norden des Landes. Dabei kann ich sicher nur bestätigen, was so oft gesagt wird: “Kamerun ist ein kleines Afrika”. Ist hier in Bamenda im Nordwesten nach wie vor Regenzeit, so erebten wir im Norden bereits ein trockenes und heisses Klima. Vor allem aber fällt das teils baumlose Landschaftsbild auf, wo Menschen als Brennholz die Stengel der Hirsepflanze oder Ähnliches gebrauchen. Und überall ist das Wasser Thema Nummer Eins! Für unsere Arbeit diesbezüglich weiss ich jetzt noch mehr. Wir müssen hart darauf bestehen, dass die gebauten Wasseranlagen auch richtig unterhalten werden, bevor wir an ein neues Prokjekt herangehen. Per Zufall trafen wir bei Banjo, wo wir defekte Anlagen sahen, einen Mann des amerikanischen Peace Corps. Er ist seit einem Jahr dort und eben dieser Arbeit nach.

Nächste Woche werden wir, auf welchem Weg auch immer, in die Messaga fahren und/oder laufen!
Gruss von Joel und Mafisa

Besuch von Joe Aka in der Schweiz im Frühjahr 2011

Joe Aka war für dreieinhalb Wochen zu Besuch in der Schweiz. Nach seiner Ankunft besuchte er in Weinfelden während einer Arbeitswoche den Technischen Dienst. Er durfte mit einem Brunnenmeister die Wasserversorgung von Weinfelden besichtigen. Bei einigen Arbeiten konnte er gar mithelfen. In der nächsten Woche konnte er die Schweiz kennenlernen. Start war hierbei Luzern, von dort aus konnte er mit jemandem, der in der Vergangenheit bereits in der messaga war, die Schweiz anschauen. Nach dieser, für ihn recht gemütlichen Woche nahm Joel ihn nach Graubünden mit. Für eine Woche konnte er Joel’s Heimatkanton besuchen. Das Programm in dieser Woche war dicht gedrängt, so wundert es auch nicht, dass er die Bünder Woche verglich mit einer Trainingswoche im Militär. Das Programm ging dabei über einen Alphüttenaufstieg im Avers, den Besuch der Viamalaschlucht (bei Thusis), einem äusserst interessanten Besuch der Trinkwasseranlage in Almens (Domleschg) und einigem mehr… Der Abschluss seines Besuchs machte ein für Joe und Joel leider entäuschender Besuch des alljährlichen Afro – Pfingst Anlasses in Winterthur. Nach diesem Anlass stieg Joe Aka in Kloten ins Flugzeug in Richtung Kamerun.

Ein Lichtblick aus der messaga: Die Auseinandersetzungen in der messaga, die seit Januar herrschen, konnten durch den Präsenzeinsatz des kamerunischen Militärs momentan beruhigt werden.

Joel ist zurück in der Schweiz

Hinter mir gelassen habe ich das Land Kamerun und die messaga-ekol, die zur Zeit im Aufbruch steht.
Tage bevor ich mit dem Toyota Hilux in die Stadt fuhr, während Joe Aka den weiten Fussweg über Akwaya nach Mamfe unter die Füsse nahm, konnte trotz aller Schwierigkeiten ein weiteres Wasserprojekt erfolgreich beendet und eingeweiht werden.
Die dortige Situation kann ich nur folgendermassen beschreiben: Am Dienstag vor drei Wochen hatten alle Buschtaxis nach Baworo in Benakuma Endstation. Es gab dort Strassensperren, die ein Weiterkommen verunmöglichten.
Glücklich war ich jedoch, als es uns mit kräftiger Unterstützung von Reto Jäger aus der Schweiz gelang, am Tage des Abflugs in Yaounde, Minuten vor Büroschluss der Schweizerischen Botschaft das Visum für Joe Aka doch noch zu erhalten.
Er, welcher diese Woche beim Technischen Dienst in Weinfelden einen Exkurs des Brunnenbaus in der Schweiz erhält. Der dortige Brunnenmeister zeigt ihm, wie in der Schweiz die Wasseraufbereitung einer Kleinstadt funtioniert.

Der nächste wichtige Termin ist am Dienstag, 7. Juni, wenn die Generalversammlung des Vereins messaga-ekol stattfindet. An diesem Tag werden wir uns Gedanken über die Zukunft des Vereins machen müssen.

Bericht vom 1.April 2011

Nein, kein Aprilscherz. Spontan musste ich mich für einen Blitzbesuch in Bamenda entscheiden! Heute wird Toni Innerhofer zurück sein in Europa!
Brunnenbau in Lover Bakinjow
Trotz Krise in der Messaga hatten wir eine sehr produktive Zeit. Nochmals vielen Dank. Erstaunlich ist sicherlich, dass wir trotz aller Schwierigkeiten am Samstag den neunten April die neue Wasserversorgung von Lover Bakinjow in Betrieb nehmen können. Dazu trug Paul Focho, unser Vertragspartner sicherlich viel dazu bei. Er ist jemand, der die gegebenen Umstände nicht einfach so hinnimmt, vielmehr sucht er immer und immer wieder nach anderen Möglichkeiten um trotz widrigen Umständen eine Lösung zu finden! Er ist es auch, welcher die Fortsetzung unseres kleinen Fulani Wasserprojektes hier in der Nähe Balis vollzieht. Dort fliesst bereits provisorisch seit einem Monat Wasser in ein weiteres Fulani Gehöft mit deren 50-60 Bewohnern.

Bereits steht mein CH Aufenthalt vor der Türe. Ankunft in Zürich-Kloten ist am 20.Mai.

Soviel für heute von uncle joel

aus Toni’s Tagebuch… Anfang März 2011

Toni Innerhofer, ein Freund von Joel besuchte ihn Anfang 2011 in der Messaga, seine Eindücke hat er kurz vor seiner Abreise nach Europa zusammengefasst:

Am Abend des 4. Januars empfängt mich Joel im chaotischen Bamenda. Gleich bemerke ich, dass man in Afrika nicht nach Plan vorgehen kann. Im weit abgelegenen Messaga Land entfachte sich in diesen Tagen ein seit Jahren brodelnder Konflikt zwischen dem Seeimbi und dem Ugar Volk. Es gab mehrere Tote. Ganze Dörfer wurden abgebrannt und vollkommen zerstört. Die Menschen, die da lebten, wurden vertrieben. Frauen und Kinder flüchteten mit all ihrem Hab und Gut auf den Köpfen tragend in weit entfernte Dörfer, teils sogar bis nach Nigeria.

Die Messaga ist zum restlichen Kamerun hin abgeschlossen. Das Haelth – Center bleibt ohne Medikamente. Am 15. Januar fliegen wir mit Pastor Tom, welcher sich bereit erklärt hat, unentgeltlich zu fliegen, mit Medikamenten nach Akwaia. Von dort müssen diese etwa sechs Stunden weit getragen werden. Erst am 24. Januar gelingt es uns, mit einem überbeladenen, alten, klapprigen Landrover bis nach Bawuru zu fahren. Nach einer sehr abenteuerlichen acht-stündigen Fahrt erreichen wir das Dorf. Am nächsten Morgen machen wir uns zu Fuss auf den Weg. Vor uns liegt ein drei-stündiger Marsch in die Messaga. Der Gang durch das ausgebrannte und verlassene Dorf geht unter die Haut. Ausser ein paar Hühnern finden wir hier keine Lebewesen mehr vor. Noch vor drei Wochen haben hier viele Kinder gespielt, Frauen am Feuer gekocht, und die Männer sich im Schatten von der harten Arbeit ausgeruht. Auch in der Messaga sind viele Gehöfte verlassen.

So, nun sind wir hier, ausser ab und zu ein SMS oder ein kurzes Telefonat, sind wir hier abgeschnitten von der restlichen Welt. Joel zeigt mir nach und nach die durch ihn realisierten Wasserprojekte. Die Bevölkerung ist überglücklich über Onkel Joels Wasser. In allen Gehöften werden wir mit Freude empfangen, gleich wird Fufu, das hiesige Hauptgericht aus Maniok und des Öfteren auch white Mimbo (Palmwein) angeboten.

Sonntags gehen wir in die umliegenden Dörfer über Monkey-Roads durch den Busch. Auch hier wird Onkel Joel überall mit Freude empfangen. Auch sie warten ungeduldig auf Onkel Joels Wasser! Zur Zeit wird an einem grossen Wasserprojekt in Lower Bakinjow gearbeitet. Das Dorf liegt etwa zwei Stunden entfernt. Dort durfte ich die Mitarbeit der Dorfgemeinschaft erleben. Kinder tragen Sand, Frauen Sand und Steine, Männer sind am mauern, Steine behauen und Zement tragen. Am Schul-Arbeitstag geht’s zu wie in einem Ameisenhaufen. Erwachsene und Kinder stürmen zu unserem Pick Up, um einige hundert Meter mitzufahren. Viele von ihnen fahren vermutlich das erste Mal mit einem Auto mit. In Lower Bakinjow wird in etwa zwei Monaten sauberes Wasser fliessen, zwei Quellen sind gefasst, etwa zwei Kilometer gegraben, der 10.000 Liter Tank ist fast fertig gemauert. In den nächsten Tagen wird die Leitung verlegt.

In der Messaga wurde vor 35 Jahren von der Basler Mission 21 ein Health-Center erbaut. Seitdem wurde dieses weder gewartet noch renoviert. Die Wände sind dreckig, die Decke voller Löcher, Türen, Fenster und Betten sind meist beschädigt. Zwei verschiedene Stromsysteme haben ihren Dienst mittlerweile auch quittiert. Zur Zeit meiner Abreise ist auch das Petroleum für die Buschlampe zu Ende. Dies ist die einzige Krankenstation für circa 25.000 Menschen. Ein Arzt kommt hier einmal im Jahr vorbei. Die Mannschaft, bestehend aus vier Personen, muss mit allen Fällen zurechtkommen. Es gibt keine andere Wahl. In diesen Wochen meines Aufenthaltes konnten wir den Behandlungsraum, das Labor und den Entbindungsraum einigermassen renovieren. Ausständig bleiben noch zwei grössere Krankenzimmer, das Büro und die Apotheke. Auch wäre es dringend notwendig das bestehende Solarstromsystem zu reparieren.

Am 2. März morgens verabschiede ich mich von Onkel Joel, ein Motorrad sollte mich nach Bawuru bringen. Nach einer Reifenpanne mussten wir die “Kiste” vier Kilometer weit schieben. Der selbe alte klapprige Landrover, mit dem ich vor fünf Wochen hier ankam, bringt mich in einer acht-stündigen, sehr abenteuerlichen Fahrt zurück nach Bamenda.

Vollbeladen mit Eindrücken und reich beschenkt in meiner Seele blicke ich mit Freude zurück in die messaga.

Toni Innerhofer, Bamenda 4. März 2011

Krisenbericht vom 17. Januar 2011

Kann ich etwas weiter verbergen, was hier bereits durch die Presse geschleust wird?
Was jedoch kann ich berichten, wenn ich doch selbst die einzige Person bin, welche zweimal täglich in telefonischem Kontakt mit der messaga bin? Am andern Ende der Leitung Mama Rahel, die Berichterstatterin, welche selbst nur bruchstückhaft über die aktuellen Geschehnisse informiert ist!
Tatsache ist: Die Strecke von Benakuma nach Baworo ist seit gut einer Woche unpassierbar! Die Krankenstation wird dadurch nur mehr sehr beschränkt mit Medikamenten versorgt! Der einzige Weg der im Moment nach Baworo führt, ist der Fussweg von Akwaya über Mavas nach Ballin.
Dieses Geschehnis bewegte mich, zusammen mit meinem Besucher und guten Freund Toni Innerhofer, die Aktion „Medikamente“ zu starten. Am letzten Samstag starteten wir mit einem Flug von Sagba bei Bamenda aus. Der dort lebende Amerikaner Tom Needham ermöglichte uns dies kostenfrei!
Jan2011_Aufladen_der_Medikamente
Am vergangenen Samstag gegen Mittag, landeten wir auf dem Flugfeld bei Akwaya, im Gepäck Medikamente im Wert von ca. CHF 2500.-. Eine grosszügige Hilfe, die durch die Krankenstation Acha Tugi annex in Bamenda, im Auftrag des Sekretariats des Gesundheitswesens der Presbiterian Church Cameroon, bereitgestellt wurde. Von dort aus erlangten die Medikamente durch Träger ihren Zielort.

Nun zum eigentlichen Konflikt: Der Ursprung davon ist sicherlich auf eine ältere Tribalgeschichte zurückzuführen. Eine Geschichte, die zwischen den Essimbi und dem Ugar Volk, bei denen ich im Einsatz bin, entstand. Männer wurden umgebracht und Häuser verbrannt. Frauen und Kinder aus den Dörfern Bombe, Bagundu und Ballin suchten Schutz in den umliegenden Nachbardörfern.
Gendarms sollen zum jetzigen Zeitpunkt aktiv sein! Sitzungen, die zu einer Lösung führen sollen, werden abgehalten. Jetzt ist scheinbar Waffenruhe.
Dies ist für den Moment alles, was ich von diesem Konflikt berichten kann. Ich befinde mich zusammen mit Toni Innerhofer hier in Bali bei Bamenda, in einem von uns frisch gestrichenen Haus. Wir sind im Moment dabei, die heute vor vier Jahren gebaute Wasserbereitstellung bei den Fulanis in der Nähe von Bali nach deren Wunsch zu erweitern.
Die gut funktionierende Anlage wird jetzt um 600 Meter verlängert und mit einer weiteren Wasserzapfstelle versehen. Der damalige Erbauer Paul Focho, unser Mann in der messaga, wird die Arbeiten begleiten und ausführen. Wir suchen für dieses Projekt im Moment einen Sponsor für die Geldsumme von CHF 1000.-. Denselben Betrag leisten die Fulanis selbst.

Dies wärs für den Moment
Joel

6. Januar 2011

Meine Bamenda Woche! Ja ich hatte im Dezember Zeit, viel Zeit, das Projektmaterial in die messaga zu bringen. Währenddessen versuchte Joe Aka in Bamenda verzweifelt einen Lastwagen zu organisieren. Dies gestaltete sich äusserst schwierig, zweimal erhielt er das für den Lastwagen bezahlte Geld zurück.

Niemand wollte als erster den Fluss überqueren. Endlich in der Vorweihnachtswoche kamen sie, um bei der Flussüberquerung in einer über viele Stunden dauernden Aktion Steine zwischen die Radspuren zu legen. Ich meinerseits ging zusammen mit Joe Akas Sohn in einer Dreitages-Tour über Akwaza Richtung Mamfe. Die Hauptstadt war das Ziel unserer Reise. Ein Ziel das per Auto unerreichbar ist. Als ich endlich hier in Bamenda angekommen bin, erhielt ich Nachricht über Unruhen an der Nigerianischen Grenze, ganz hier in der Nähe der messaga! Heute endlich treffe ich, nach einer für mich unendlich langen Wartezeit Paul Focho, unseren Unternehmer. Es sieht gut aus, dass wir nächste Woche mit den Arbeiten starten können.
Jan2011_Bau der Wasserleitung
Hoffentlich bringt die Geduld uns Rosen, wie man so sagt!
An gruass vum joel

 

 

Erlebnisberichte aus dem Jahr 2010

Bericht, Dezember 2010

Gestern Morgen um fünf Uhr kamen wir, nachdem wir gut zwanzig Stunden unterwegs waren, in Bamenda an. Ein Erlebnis, das ich bereits Anfang November bei meiner Rückkehr nach Kamerun erlebt habe, damals noch komplett in der Regenzeit. Nein, keine Abenteuerstimmung konnte da aufkommen, viel mehr schossen mir Gedanken an frühere militärische Manövereinsaetze durch den Kopf, bei denen es nur ein Ziel gab: Durchkommen, egal wie!
Die anhaltende Regenzeit, die bis vor zwei Wochen anhielt, diktierte auch den Start der Bauarbeiten am neuen Projekt in Lower Bakinjow. Heute erst trafen wir uns mit Ingenieur Angwere und Paul Focho, dem Bauausführenden.
Trotzdem kann ich auch Erfreuliches melden, haben doch Bakinjows Männer schon sehr viel Vorarbeit geleistet. So ein über zwei Kilometer langer Zufahrtsweg zwischen dem oberen und unteren Dorfteil. Dann über einen Kilometer Grabarbeit von der Quelle hin zum Wasserreservoir, von dort weiter dem Dorf entgegen! Dies erlaubt uns mit den eigentlichen Bauarbeiten, so hoffe ich, noch vor Weihnachten zu starten.

Gedanklich möchte ich jetzt bereits einen Sprung in die Schweiz tun. Nächsten Frühling, das heisst ab Ende Mai wenn mein nächster Aufenthalt in der Schweiz so weit ist, feiert unsere Vereinigung Messaga-ekol ihr fünf jähriges Bestehen. Ob und was wir dazu unternehmen werden, dies ist noch vollkommen offen. Deswegen möchte ich die Leser dieses Berichtes einladen, Ideen an uns zu senden. Sofern alles geplante zu klappen kommt mit Visa usw. wird mein Koordinator Joe Aka sowie Mama Rahel mit von der Partie sein!

Getippt am 3.Dezember 2010

Bali, Bamenda, 25.Oktober 2010

Ein Blick zurück nach Thusis zum 16. September diesen Jahres. Ich glaube es war für all die vielen Beteiligten ein echt schöner Abend. Das Telefon aus der Messaga mit Gesang wurde heftig applaudiert. Seit zwei Wochen und noch voll in der Regenzeit weile ich nun schon in Bamenda. Die Strasse muss in einem katastrophalen Zustand sein. Ein Projektstart ist deshalb erst ab etwa Ende November möglich. Ich werde vorerst ohne Material dorthin fahren. Heute hatte ich Kontakt zu einem Wasserprojekt, das von Spanieren hier in der Nähe durchgeführt wird. Also wie ihr seht, es geht immer irgendwo irgendwas…

Gruss joel calonder

Joel ist zurück in Kamerun…

Eine intensive Zeit in der Schweiz liegt hinter mir! Neben dem, dass meine neue Behausung in St. Maria Formen angenommen hat, gab es in der vergangenen Zeit hier in der Schweiz auch wieder einige wichtige Messaga-ekol Eckdaten. Als letztes davon möchte ich den 16. September 2010 erwähnen, der unter dem Titel “Fiktion trifft Realität” stattfand.

Zusammen mit dem Buchautor Ruedi Debrunner “bestritten wir” in der Buchhandlung Kunfermann in Thusis einen Abend, welcher so schnell sicherlich nicht in Vergessenheit gerät.
Das Live Telefongespräch nach Kamerun mit Gesang aus der messaga war einfach ein Hit. Ich möchte allen danken, die an diesem Abend mit dabei waren.

Für mich heisst es heute, am 28. September einmal mehr, der Schweiz für eine Zeit den Rücken zu kehren und in den Flieger nach Kamerun zu steigen. Vor mir steht eine über sieben monatige Zeit, in der ich in der Messaga sein werde! Wir starten eine neue Projektphase in Lower Backinjow, direkt an der Landesgrenze.
Auch hat sich mit Toni Innerhofer ein erster europäischer “Aktivist “angemeldet um im Januar und Februar des kommenden Jahres zusammen mit uns zu wirken. Darauf freue ich mich sehr und ich weiss dass auch die Bevölkerung grosse Freude daran haben wird. Löchern sie mich doch immer wieder mit Fragen, wann denn eigentlich auch mal Besuch aus Europa in die Messaga käme.

Ein ganz besonderes Dankeschön möchte ich auch an all jene Personen richten, die uns ideell, finanziell oder auch einsatzmässig unterstützt haben und es hoffentlich auch künftig noch weiter tun werden.

Projektleiter Joel Calonder

Ende Gut, Alles Gut! Bali am 6. Mai 2010

Am letztmöglichen Tag bevor ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und dies wohlverstanden direkt ab Ballin, nach Bamenda fahre, konnten wir nach sehr mühsamem Vorangehen der Arbeiten beim Eindecken der Wasserleitung, Wasser frei geben für vier neue Zapfstellen. Bereits sprach sich rum, dass Uncle Joel sich weigere Wasser geben zu wollen. Doch ohne Fleiss kein Preis. Für sauberes Fliesswasser arbeiten müssen, das möchten die meisten nicht. Ich bin froh kann ich in dieser Hinsicht auf den Chief oder dessen Stellvertreter zählen, welche immer wieder zu Community Work aufriefen, was dann die Leute zum Arbeiten bewegt!
Die Vorarbeiten für unser nächstes Projekt in Lower Bakinjow direkt an der Landesgrenze konnten wir mit Ing. Angwere im März durchführen. Bei diesen Vorarbeiten ging es um die genaue Ortung der Wasserquelle sowie das Freilegen der Strecke von der Quelle bis in den Talboden.
Dies konnten wir zusammen mit etwa vierzig willigen Männern realisieren. Bis zu unserem nächsten Projektstart im November werden diese Männer die gut zwei Kilometer langen Grabarbeiten hoffentlich ausgeführt haben.
Ekemaua 008

Zwei mal zog es mich im April in die Ferne! Ein erstes Mal allein, das heisst mit meinem seit Beginn treuen Begleiter Esantos gingen wir nach Ekemaua, etwa drei Fussstunden von Ballin entfernt. Ekemaua ist eine bevölkerungsreiche Gemeinde, die auf einem Bergrücken gelegen ist. Politisch gehört Ekemaua zur Messaga, kulturell jedoch zum sehr kriegsfreudigen Olitistamm, inklusive dessen Sprache. Das Problem in dieser Gemeinde, von wo Joe Akas zweite sehr junge Frau kommt, ist wie überall, frisches fliessendes Trinkwasser. Am ersten Tag noch und bei grosser Hitze zeigten mir Männer den einzigen Bachlauf, der auch jetzt im April noch Wasser führt.
Wir sind erwartet worden und so gab es für die Bevölkerung einen Anlass zum Tanzen für die Frauen sowie für die Männer das Palmweintrinken. Schon am späten Nachmittag beginnend, waren die Trommeln bis in die Nacht hinein zu hören.
Ein zweiter Besuch gerade erst vor drei Wochen galt der nigerianischen Gemeinde Abande. Sie liegt etwa vier Fussstunden von Ballin entfernt. Es ist ein Ort indem mehrere Messaga Bewohner ansässig wurden, so auch der ältere Bruder von Joe Aka.
Brueckenbau
Abande ist eine Gemeinde im Talboden. Dorthin zu gelangen war bis jetzt ab dem Grenzfluss über einen Hügelzug sehr mühsam. Joe wollte mir zeigen, was in Community Work möglich sei. Und siehe da, ein knapp zwei Meter breiter Weg führt nun einen steinigen Steilhang durch ein Waldgebiet hoch. In der Ortschaft sah ich einige mit Blech gedeckte alte Ziehbrunnen. Alle waren jetzt, am Ende Trockenzeit leer!
Einem Abenteuer gleich kommt am nächsten Morgen unser beinahe dreistündiger steiler Aufstieg entlang eines Bachlaufes um auf Wassersuche zu gehen.
Als geradewegs mystisch betrachtete es Joe, als ich die uns begleitenden Männer zu einem Halt aufbot. Ich steckte meine Hand in sumpfigem Land in den Morast und konnte sofort eine Quellöffnung freilegen. (Der Wasserschmecker)
Dem dort ansässigen und sehr aktiven Chief traue ich es zu, dass er meinem Ratschlag folgend diese 4500 Meter über dem Talboden gelegene Quelle als Erstes mit einem Weg begehbar macht um später die etwa drei Kilometer Leitungsbau zu realisieren. Als Projektzeitraum schätze ich zwischen drei und fünf Jahren. In der messaga wäre so etwas zur Zeit wohl undenkbar.
Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass die Arbeiten an der Brücke in Baworo rasch vorangehen. Die Pfeiler sind fertig betoniert. Zur Zeit sind die Arbeiter daran die Schalungsarbeiten für den ersten Teil des Brückenoberbaus einzubauen. Wer weiss, vielleicht ist im November eine fertige Brücke bereit uns über den Fluss zu bringen.

Ende Februar 2010

Gestern nach langem geduldigem Warten, gab es einen leicht einsetzenden Regenfall und damit auch die lang ersehnte Abkühlung!

Projektarbeiten in verschiedenen Bauphasen sind im Moment im Gange. Die Quellfassung mit Reservoir bei der Krankenstation ist saniert. Vier neue Wasserzapfstellen warten darauf, in Betrieb genommen zu werden. Warten, ja einmal mehr ist Fronarbeit angesagt für Grabarbeiten und die Leute sind sich uneins, diese gewissenhaft auszuführen. Meine Forderung, dass es nur Wasser gebe wenn endlich der Ort von allzu viel Unrat befreit werde, wird vor allem von den „Store mans“ nur mit Widerwillen zur Kenntnis genommen. Dieser Unrat wird vor allem durch den Verkauf von Konsumartikeln in Plastiksäcklein hervorgerufen welche dann überall verstreut herumliegen.
Schulkinder beim Wasserholen am Jugendtag
Ein sehr interessantes Kleinstprojekt ist im Gange, gebaut und finanziert zusammen mit dem Rektor Azaga von der Full Gospel Sekundarschule, dessen Frau bei mir kocht und haushaltet. Ein Anschluss ihres Gehöfts an unser Projekt war nicht möglich. Da die eigene Quelle leider tiefer als das Gehöft liegt.
Er besorgte Sand, Kies und Steine, arbeitet selbst noch mit uns mit und ist bereit eine Motorpumpe anzuschaffen. Jetzt bauen wir bei der Quelle ein 1000 Liter Reservoir, um oben im Gehöft den schon bereitstehenden Wassertank zu füllen. Bin selbst gespannt wie dies raus kommt! Die Brückenbaustelle in Baworo macht Fortschritte. Im Moment wird einer der zwei Mittelpfeiler hochgezogen, das heisst also Schritt für Schritt betoniert. Eine Paradoxie beinahe, dass der jetzt gerade gebrauchte Zement aus Korea stammt und sogar wir solchen verarbeiten! Bis Ende März hoffen wir mit den Bauarbeiten abschliessen zu können.

Anfang Januar 2010

Allerseits wünsche ich ein erfülltes freudvolles und energiegeladenes Jahr 2010

Laufen war angesagt, sowohl in den letzten Tagen des 2009 wie auch in den ersten des neuen Jahres. Ersteres brachte uns nach Bombe, wo schon längst der Ruf nach „Uncel Joel“ Wasser ertönt. Mit Freude durften wir sehen, dass von jener Seite her Arbeiten im Gemeinschaftswerk zur Realisierung eines Fahrweges Bagundu –Bombe – Assaka während der letzten Regenzeit wirklich Fortschritte gemacht haben. Unsere Grundanforderung bevor ein Projekt gestartet wird, ist ein fahrbarer Weg der vorallem zum Materialtransport verwendet werden kann!

In einem Jahr könnte es so weit sein! Freudig überrascht waren die Bewohner von Lower Bakinjow der Ortschaft unten am Grenzfluss zu Nigeria, von Joe Aka zu hören, sie sollten eine Versammlung einberufen zwecks Wasserprojekt bei Ihnen! Dort, wo mir bereits bei meinem ersten Aufenthalt vor… ja, jetzt genau vor vier Jahren… eine Super Quelle etwa siebzig Höhenmeter oberhalb der Ortschaft gezeigt wurde. Der damalige starke Mann der Ortschaft und Befürworter eines Projektes, Jsaak Samu ist leider vor einem Jahr plötzlich verstorben.

Ich wollte dort eigentlich nur baden gehen und diese und jene Personen antreffen! Wie wurde ich überrascht, in einer vollen Kirche vor gut fünfzig Anwesenden, darunter ein grosser Teil auch Frauen, unsere Projektjdee vorzubringen, um bei Ihnen im November dieses Jahres mit Bauen beginnen zu können.
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Erstaunlich wie es Ihnen gelang, ohne langes Prozedere Leute für ein Komitee zu wählen und die Bereitschaft da war, bereits während der Regenzeit Grabarbeiten auszuführen und Sand und Steine herbeizutragen. Zu meiner Traumvariante, nämlich einem kombinierten Wasser- elektrischen Energieprojekt, was dort real möglich ist bräuchte es jedoch gute Sponsoren aus der Schweiz! ! !

Ich bin nun für einige Zeit in der Stadt Bamenda, der Toyota musste in die Garage und es geschieht etwa das Gleiche, wie wenn man beginnt an einem alten Haus herumzubauen. Je genauer man hinsieht, desto mehr Sachen kommen zum Vorschein, wie zum Beispiel heute: gebrochene Kugellager und Bremstrommeln die im Öldreck stecken, dabei wollte ich ursprünglich nur eine neue Hinterachse inklusive Springfeder und Stossdämpfer…

 

 

Erlebnisberichte aus dem Jahr 2009

Im Dezember 2009

Weit weg vom elektronischen Netz will ich die Gelegenheit nutzen, dass Joe Aka in die Stadt fährt, um doch noch vor Ende Jahr einen Bericht aus der Messaga in die Schweiz zu senden. Konnten wir andere Jahre bereits Mitte November den Fluss mit dem Toyota überqueren, so mussten wir den Projektstart dieses Jahr auf Anfang Dezember verschieben, da vorher der zu transportierende Zement bei der Flussüberquerung auch auf dem Lastwagen in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Dies nur ein Muster um zu zeigen, mit welchen Problemen wir hier in Kontakt kommen.
Wasserprojekt-09-10_038

Auf der Baustelle bei der Krankenstation Bagundu hiess es zuerst demolieren, bevor wir mit den eigentlichen Arbeiten beginnen konnten. Das heisst eine neue Quellfassung erstellen, wo das Wasser nicht unter der Einfassmauer durchquillt. Diese wird dann mit einer festen oberen Abdeckung versehen. Nach diesen Arbeiten musste der allzu dünne, rundum gerissene Reservoirdeckel ersetzt werden, der mangelhaft ausgeführte Verputz weggeschlagen und neu angebracht werden, sowie ein Eisenbetonträger eingezogen werden um die Abdeckungsfläche in zwei zu unterteilen.(Photo rechts)

Dies ist im Moment Stand der Arbeit und gleichzeitig Weihnachtsunterbruch. Im Januar wird es höchste Zeit sein unser Toyota wieder einmal in die Stadt zu fahren, hat er doch „ Leiden“ wie ein hinterer Achsen sowie Federbruch sowie einige andere möglichst bald zu behebende Mängel.

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Im neuen Jahr gilt es dann die begonnenen Arbeiten fortzuführen, den etwa einen Kilometer langen Leitungsbau mit fünf neuen Wasserzapfstellen zu versehen. Es sollte uns also nicht langweilig werden und ich hoffe dass ich weiterhin gesund bleiben darf. Als Weihnachtswunsch möchte ich einfach äussern, dass es als Leser und Betrachter unserer Website nicht verboten ist mir auch E-Mails zu senden.

Bericht Anfang November 2009

Der Flug zu meinem vierten Messaga-ekol Einsatz steht vor der Tür. Ich reise bereits zum fünften Mal nach Kamerun. Mein Aufenthalt in der Schweiz geht also wieder einmal dem Ende entgegen.

Ein Aufenthalt, bei dem das Thema Wasser mich vom ersten Tag an in Empfang nahm. So besuchte ich in Aarau die Helvetas Ausstellung: Wasser für alle, die ich allen wärmstens empfehlen kann. Als direkte Folge dieser Ausstellung konnte ich wieder neue wichtige Kontakte knüpfen. Ich, „der ewig Fragende“ wurde ans SKAT St.Gallen verwiesen, dort traf ich den Kamerun erfahrenen Baumeister Alfred Mink (er war gerade auf dem Weg dorthin). Als Folge dieses Treffens kann nun Paul Focho, „unser Maurer der ersten Stunde“ für eine Woche die Schulbank in Buea drücken, dies zum Thema Qualitätsansprüche betreffend Ausführung von Wasserprojekten. „Finde ich super“

Wasser jedoch auch als Element schlechthin, Messaga-ekol bringt mich mehr und mehr zum Staunen! Die Wissenschaftler rätseln, haben es nicht im Griff! Weshalb bewegt es sich z.B. immer spiralartig, warum ist sein dichtester schwerster Punkt bei + 4 Grad und lässt so als Beispiel Seen nur oberflächlich gefrieren!

In Chur hatten wir ein Messaga Treff zum Thema: Nach Vorne gerichtet „Im 2011- fünf Jahre messaga-ekol!“ Was wollen wir dazu unternehmen? Tipps und Inputs sind sehr willkommen! Sehr schön finde ich es, junge Personen wie Anita Mittner neu im Verein mit dabei zu wissen!

Gerade hier möchte ich dazu einfädeln, dass ich mir wünsche, von den monatlich zwischen 100 und 200 Personen, die die Website von messaga-ekol besuchen, Echos zu erhalten und vielleicht sogar ein tatkräftiges Mitmachen und oder auch eine Unterstüztung in Form einer Spende zu erhalten? So wie es gerade die Studentin Ena Hirschi wagt! Ein Kamerun Einsatz ihrerseits ist in Reichweite, bei dem Sie für Ihr Geografie Studium eine Arbeit schreiben möchte.
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Noch regnet es in Kamerun, die Strasse ab Bafut muss schlecht sein, eine Flussüberquerung per Toyota noch nicht möglich! Ich werde dieses Mal bis Mitte Mai 2010 in Kamerun bleiben. Hoffe von Euch allen gedanklich tatkräftig unterstützt zu werden.

Tschüss da joel

Vorgezogener Projektstart zu Bauphase IV, oder, ein Kreis schliesst sich!

In der dritten Bauphase konnten wir das Health Center mit Wasser bedienen. Damit wurde der Weg frei, die vor nur fünf Jahren durch die Mission21 erstellte Wasserversorgung inklusive Pumpstation zu sanieren.

Ja genau hier schliesst sich als erstes der Kreis, als ich im Jan.-Feb.2006 ein erstes Mal in der Messaga auftauchte! Dies, um zu schauen, weshalb die neu erstellte Anlage nicht richtig funktionieren wollte.
Es bedarf dafür einer neuen Quellfassung. Ebenso muss der 5×5 Meter messende Deckel des Wasserreservoirs, welcher zu dünn gegossen wurde und rundherum gerissen ist, neu betoniert werden. Im Gegenzug werden wir dieses nun nicht benutzte Wasser zum tiefer gelegenen Chief Palace führen, dann weiter über das Pfarrhaus der PCC ¨Presbyterian Church of Cameroon” zum eigentlichen Zentrum Bagundu‘s, dem Agbaze Markt, was gesamthaft einer Leitungslänge von knapp einem Kilometer entspricht.

Dank dem vorgezogenen Projektstart bereits zur Regenzeit konnten wir dank der Fronarbeit aller Kongregationen der PCC mit den Arbeiten beginnen. Mittlerweile sind bereits über 500 Meter des Leitungsbaus beendet.
Geradezu überraschend für mich selbst, entstand in den Tagen vor meiner Abreise in die Schweiz, in Bamenda der Film „Bakinjow Womens Songs for Messaga-ekol Waterproject“ Mit welcher Freude diese Frauen innert kaum zwei Wochen im sicherlich schönsten Compound Messagas sangen und dann sogar tanzten, dies darf jetzt jedes Messaga-ekol Mitglied selbst erleben! Keine Angst, ich selbst bezahlte die Produktionskosten der einhundert gemachten CD‘s dessen Preis per Stück auf nur gerade Fr 1.5o kam. Eine kurze Vorschau des Films gibt es –>hier.
Neuland 012
Hoffentlich ist es ein Ansporn für alle, welche diesen Film sehen und hören werden, uns weiterhin zu unterstützen, denn unmissverständlich kommt es aus den Liedtexten hervor. Ebenso gab die Sprecherin der Frauengruppe mir gegenüber zu verstehen, dass die messaga unseren Einsatz weiterhin braucht!

Limbe 17. Sept. 2009 joel c.

Bericht von Joel, Ende Juni 2009

Schritte nach vorne:
- Grüne Welt und mehr!
- Vorarbeit für den nächsten Arbeitseinsatz
- Water Management Committee.

Um mich herum wird die Landschaft täglich grüner. Der Graswuchs ist bereits bei einem Meter und darüber hinaus, während das Unkraut im Compound bei ungebremstem Wachstum sicherlich überhand nehmen würde. Ein erstes Mal kann ich auch zusehen wie aus einem diagonal in den Boden gegrabenen sogenannten „Plantain Socker“ oder eben Kochbananenschössling neu und in grosser Geschwindigkeit eine neue Pflanze heranwächst. Und wer wusste schon, dass eine Bananenpflanze nur gerade ein Mal Früchte trägt, während schon wieder zwei drei Schösslinge heranwachsen. Echt spannend!

Natürlich mache ich auch noch Anderes, als nur gerade den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Ich spüre auch wieder mal, welch eine Plage die Termiten sind, die jung gepflanzten Orangensetzlingen die Stammrinde unterhalb der Erde einfach wegfressen. Still und effektvoll!
Ein Affenhaus ist für die zwei bei mir gelandeten Totenkopfäffchen entstanden. Diese brauchen ihre tägliche Pflege!
Nicht leicht ist es jetzt zur Regenzeit, die Leute von ihren Erdnussfarmen weg zu bekommen, warten doch dort Unmengen von Unkraut, das herausgerissen werden muss.
Und doch beauftragte ich Joe Aka erste Treffen für den nächsten Arbeitseinsatz zu organisieren. So haben wir von Seiten der Presbyterian Church die Zusage dass Ihre Leute im August mit Grabarbeiten beginnen würden, um Wasser von der bestehenden, jetzt ungenutzten Wasserfassung von der Presbyterian Krankenstation Bagundu über den Chief Palace zum Pfarr- und Missionshaus zu führen. Gespannt bin ich, ob wir die Bevölkerung vom Chief Palace selbst und jene von Agbaze Market in meiner Nachbarschaft dazu bewegen können die obgenannte Wasserlinie ab Pfarrhaus zum Marktplatz zu graben. Wasser, ja Wasser möchten alle, jedoch dazu vorgängig etwas zu leisten, das macht niemand freiwillig.

Water Meeting 24_klEin weiterer Meilenstein in Sachen Wasserversorgung konnten wir hinter uns bringen. Das schon für Ende Februar geplante Meeting einerseits mit Leuten aus Bakinjow, anderseits mit jenen von Ballin und Bagundu, von dort also wo jeweils eine Wasserversorgung besteht, konnten wir in der vergangenen Woche mit Ing. Angwere als Vortragenden mit Erfolg durchführen.
Ich war erstaunt, wie es Joe Aka gelungen ist gesamthaft zweiundzwanzig Personen für das zwei Tage dauernde Seminar aufzubieten. Es stellte sozusagen die Schlüsselübergabe der Wasserversorgungen an die jeweiligen Gemeinden dar. Bis jetzt waren wir bereit unter dem Mitwirken von Oliver, neben Joe Aka bis jetzt sicherlich der wichtigste Messaga Mann in unserem Projekt, die Reinigung der Reservoirs und der verschiedenen Schächte sowie Reparaturen ausführen zu lassen. Er, welcher seit Anbeginn mitwirkte und sich in der Zwischenzeit einiges Fachwissen auf Maurergebiet wie auch bei den Sanitären Arbeiten aneignen konnte.

Der erste Seminartag war ein Schulstubentag, bei dem Ing. Angwere anhand eines gut gestalteten jedem zur Verfügung gestellten Führers die verschiedenen Wichtigkeiten darlegte wie eine Wasserversorgung aufrecht erhalten werden kann. Für den zweiten Tag forderte er die Teilnehmer auf, das Buschmesser mitzubringen. Wir besichtigten so beide Wasseranlagen. Bei den Reservoirs als auch bei den Schächten wurde das üppig wachsende Gras oder Unkraut beseitigt. Währendessen konnten die Teilnehmer einen Blick ins Herzen der Anlage werfen. (Bild rechts)

Water Meeting 13Dies war vor allem beim System Ballin Bagundu wichtig, kommt doch von dort jetzt zu Beginn der Regenzeit beinahe milchig gefärbtes Wasser durch die Leitungen. Ein Blick in die Brunnenstube zeigte auf, dass nicht von irgendwoher das gefärbte Wasser dazu kommt und also unrein oder dreckig ist, sondern als solches von der Quelle spriesst.
Auch konnte den Teilnehmenden aufgezeigt werden, wie wichtig es ist das Quellgebiet Einzuzonen, nicht mehr als Farmland zu benutzen und vor Buschfeuer zu schützen, was bei erster Quellfassung bereits mit Erfolg im Gange ist.
Sehr erstaunt war ich, dass bei einer Schlussbefragung durch Ing.Angwere dem Wunsch Ausdruck gegeben wurde weitere solche Seminare durchzuführen. Vor allem freute mich wie aufmerksam die Teilnehmer/innen, denn es waren auch fünf Frauen dabei, Angwer zuhörten und das gut vorgetragene Wissen aufnahmen sowie ungeniert Fragen stellten.
Wie gut die Leute der Komitees nun imstande sein werden die Ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen, schadhafte Wasserhähnen durch neue zu ersetzen, Geld aufzubringen für den Care Taker und anderes, dies wird sich bald einmal zeigen.

Die messaga im Wandel 1. Juni 2009

… Vor kurzem konnten die Einwohner der messaga den Beginn der Bauarbeiten zu einer 70 Meter langen Brücke in der Nähe von Baworo bestaunen. Die ganzen Arbeiten werden durch den Staat finanziert…

… Innert drei Monaten wurde ein Trakt mit zwei Schulzimmern für die Sekundarschule Ballins gebaut…

… Die ersten zwei Motorräder messagas führen seit kurzem Menschen nach Baworo oder Bombe usw…

… Die grosse Strasse, die sich im Bau befindet, hat bereits Enjioba, die letzte Ortschaft westwärts der messaga auf dem Weg nach Akwaya erreicht…

… Die Full Gospel Sekundarschule wird mit einem Generator und Computern ausgerüstet…

Doch auch wir, mit unseren Projekten können mit Erfolg auf die Arbeit zurückblicken, die wir geleistet haben. Beide Wasserversorgungen laufen immer noch wie am ersten Tag, was hier in Afrika nicht selbstverständlich ist.

Ein enormer Wandel, der hier in der messaga im Moment herrscht, die neue Strasse die für die Einwohner sehr viel Neues, Ungewohntes bringt. In Kürze wird es hier ca. 10 Motorräder geben, die für umgerechnet ca. 800-900 Franken zu kaufen sind und aus China importiert wurden.

Bali Nyonga den 07 Mai 2009

Am Sonntag den 3. Mai landete ich nach einem schönen Flug mit der Swiss in Douala. Ich bin nun das erste Mal während der Regenzeit in Kamerun.
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Seit vorgestern bin ich in Bali bei Bamenda. Der gestrige Tag war durchaus ein Regentag, für mich im Moment kaum vorstellbar, dass es hier jemals an Wasser mangeln soll! Joe Aka jedoch, den ich in der Stadt traf und welcher seine Freude über meine Ankunft zum Ausdruck brachte, ja er belehrte mich eines Besseren. In der messaga dauerte die Trockenzeit weit bis in den April hinein. Das Wasser aus unseren gefassten Quellen wurde nur noch alle drei oder sogar vier Tage frei gegeben.

Meine Anwesenheit hier in Kamerun ist einerseits ein Versuch einzutauchen in eine Welt, welche ich liebe und andererseits merke ich doch, das ich nicht mehr als ein Zuschauer bin! Bewusst wird mir dies umso mehr, seit wir letzte Woche bei Silvia im Domleschg den neuen messaga Kurzfilm anschauten, bei welchem Kommentare wie „Ein Ethno Film“ an mich herankamen.

Bereits Chief Igelle aus Bagundu, welchen ich in Buea traf, erklärte mir, dass er gerade in der messaga war. Er kaufte für den Staat in Bamenda Baumaterial für die Brücke in Baworo. Joe Aka bestätigte dies noch indem er sagte, dass dort bereits die Arbeiten für die Brücke begonnen hätten. Diese neu in die messaga hereinbrechende Zeit mit allen Vor- und Nachteilen ist sicherlich ein Gegensatz zu dem, was mir Joe Aka berichtete: Dass sehr viel Geschwätz darüber kursiere, ich hätte den verstorbenen Antoni, meinen Nachtwächter an Nimboro ausgeliefert. Nimboro, der „Hausgeist“ Nimboro, ein Überbleibsel aus vergangener Zeit, der mit seinem geistlichen Dasein für alles heute noch Unerklärbare dasteht. Langweilig wird’s mir also bestimmt nicht in der kommenden Zeit! Sie wird ganz sicherlich ihre Herausforderungen bringen.

Eine solche Herausforderung möchte ich Menschen anbieten, die vielleicht gedanklich einen messaga Aufenthalt schon ins Auge gefasst haben. Die grosse Herausforderung anzunehmen um für eine Zeit hierher in die messaga zu kommen. Mich und ganz sicherlich auch die Bevölkerung messagas würde dies sehr freuen!

Das wars für heute…

Gruass Joel

Rückblick Messaga Aufenthalt Winter 08/09

Sedrun, Freitag, den 13. März 2009 (welch ein Datum!) bei tief eingeschneiter Landschaft „ was ich mir ja im Stillen erwünscht hatte!“

Ein Blick zurück auf die letzten 6 Monate…

Aus der Schweiz anreisend, eingetroffen in Douala, begab ich mich nach Buea um Chief Igelle zu treffen. Jener Mann, welcher als sehr junger und gebildeter Mann von der Bevölkerung Bagundus zum Chief auserwählt wurde. Ein Mann, der seinerseits aber im Süden des Landes in einem Ministerium arbeitend seine Zukunft fand. Als erstes überreichte ich ihm das ins englisch übersetzte Büchlein “hope for the messaga”, geschrieben von Schwester Marga in den siebziger Jahren. Er wendete sich nicht mehr von der Lektüre ab, als bis er alles gelesen hatte. Daraus hervor ging in der folgenden Zeit, dass er bereit war, 300`000 CFA für eine Grossauflage des Büchleins zu spenden, mit den Worten, dass das Geld welches uns beim Verkauf zukommen werde, für unser Wasserprojekt sei. Danke schön!

In Buea hatte ich noch einen weiteren Termin. Dies beim Synode Office, der Zentrale der Presbyterian Church of Cameroon, vormals Basler Mission. Dort bestätigte mir Dr. Nubed, Sekretär des Sanitätsdepartements, den uns im Vorfeld zugesicherten Betrag von zweitausend Euro, um die Krankenstation von Bagundu an unser Wassernetz anzuschliessen. Er hielt sein Wort und wir bekamen die grosszügige Spende.

Mit Paul Focho, dem Maurer und Ingenieur Angwere erarbeiteten Joe Aka und ich gemeinsam die auszuführende Arbeitsphase, in der ca. 2,5 km Leitungsbau mit neun neuen Wasserzapfstellen zu erstellen geplant sind. Zurück in der messaga angekommen, in der ich sofort herzlich willkommen geheissen und empfangen wurde, starteten wir damit, als erstes die Krankenstation mit Wasser zu versorgen. Ein Unterfangen, dass, wenn auch erst provisorisch bis Weihnachten hin, erfolgreich ausgeführt werden konnte.

Bevor ich noch Ende des Jahres 2008 nach Bamenda fuhr, zeigten sich einige krasse Leckstellen in den Leitungen. So der letztes Jahr mit einem Steinbett gebaute etwa achtzig Meter lange Zubringerkanal von der Quelle zur Brunnenstube. Er wurde von wuchernden feinen Wurzeln des Indian Bambus besetzt. Auch gingen Pauls Arbeiter, zum Teil chaotische Kleinbaustellen hinterlassend, in den Weihnachtsurlaub. Er selbst, Paul Focho war in diesen zwei Monaten vielfach gar nicht anwesend. Nach Neujahr entstand ein mit Photos dokumentierter Mängelrapport, den Angwere und Focho mit Überraschung genehmigen mussten.
strassenbau001Der Start ins neue Jahr, die ersten zwei Monate, waren und sind für die Bevölkerung der messaga mit ein Meilenstein in ihrer Geschichte. „Ein Bulldozer kommt“ hörte man munkeln. Die Rede war davon, dass arabische Staaten Geld für eine Verbindungsstrasse von Benakuma zum Distriktshauptort Akwaya, zugleich Grenzort zu Nigeria, zur Verfügung stellten. Das ganze Projekt mit dem Staat Kamerun selbst als ausführende Bauherrschaft. Einmal mehr bereitete dem Projekt der Froneinsatz für Grabarbeiten etwelche Mühe, waren doch die Montage (Fronarbeitstage) allzuoft mit Begräbnissen, Jugendtagen oder anderen Sachen besetzt, so dass einer der drei Leitungsstränge nur sehr mühsam verwirklicht wurde, ja gar nicht bis ans Ziel kam.
Leitung_oberirdisch001Kopfzerbrechen und Arbeit bis zur letzten Stunde bereitete uns jedoch, dass die Strassenführung ab Ballin um einen Hügelzug umgeleitet wurde. Genau dort also, wo sich ein grosser Teil unseres Leitungssystem befindet. Rohrbrüche verursacht durch Bulldozerarbeit waren an der Tagesordnung. Bis zu meinem Weggang blieb trotz Anwesenheit des Ingenieurs ein Rätsel im Raum. Das Wasser kam nicht bis zum Reservoir in Ballin durch. Luft in den zuvor gekappten Leitungen an sogenannten Höchstpunkten war die Ursache, wie uns Tage später Paul Focho mitteilen konnte.
So oder so, am Schluss waren sieben neue Wasserzapfstellen errichtet. Jetzt fliesst hoffentlich das Wasser noch!
Am Abend des 11. März (Generalversammlung) kam per Telefon eine Hiobsbotschaft aus der messaga zu mir. Der noch recht junge Antoni, mein Nachtwächter sei gestorben. Aus einem Umfallen mit Rippenproblemen kam folgend ein starker Husten auf. Trotz Krankenstation und Überführung ins nächste sehr kleine Spital von Baworo, verbleibt nun eine sehr junge schwangere Frau ohne ihren Mann wieder zu sehen, in der messaga.

… und zwei Blicke nach vorne

Ein erstes mal wage ich es, Ende April nach Kamerun zu fliegen, um dort eine Regenzeit zu verbringen. Nicht Projektarbeit wird angesagt sein, als viel mehr das pflanzen von Bäumen und Sträuchern auf meinem Land. Dann die Fertigstellung der entstandenen Küche sowie eines Gästezimmers. Dann die Umnutzung der im letzten Jahr gekauften Full Gospel Kirche, jetzt messaga house genannt. Es soll darin unter anderem eine Bibliothek entstehen.

brunnen002

Dann hoffe ich es gelinge dank meiner Anwesenheit, den vorletztes Jahr schon in Fronarbeit begonnenen Fahrweg von Bagundu nach Bombe zu realisieren, was insegesamt gut zehn Kilometer sind.
Mitte September bis Ende Oktober werde ich an meinem neuen Wohnsitz in St. Maria eingangs Calancatal verbringen, wo ich noch vor dem Bankencrash ein kleines Monti erwerben konnte. Ab November werden wir dann die restlichen Arbeiten an der bestehenden Wasserfassung ausführen, dann die erst fünf Jahre alte und sehr mangelhaft ausgeführte Wasserfassung unterhalb des H.C. sanieren, mitsamt dem Dichtmachen des Wasserturms. Somit einerseits  Wasser für das Haus der Hauptkrankenschwester auf dem Hügel über das bisherige Pumpsystem leiten, andererseits durch eine Leitung mit Schwerkraft das Wasser zum Chief Palace von Igelle und weiter zum Pfarrhaus und am Schluss dem Agbaze Marktplatz zuführen können.

 

Erlebnisberichte aus dem Jahr 2008

Ende Dezember 2008

Wo stehe ich selbst, wo wir als Verein, jetzt Ende des Jahres 2008? Welche Perspektiven und Pläne stehen bald drei Jahre nach Aktivitätsbeginn bevor?

Die Bevölkerung messaga-ekols, eine Kombination zwischen Steinzeitmensch und dem Computerzeitalter, welches auch hier durch das Handy und anderes längst begonnen hat.
Ich selbst, mich bewegend zwischen der hochzivilisierten, mechnanisierten – Rohstoffe und Lebensmittel aus dem Süden – verbrauchenden Wohlstandsgesellschaft, und dem Ringen mir wertvoll erscheinender Impulse aus dem Norden. Diese Impulse möchte ich in der messaga anwenden und dazu verwenden Neues zu verwirklichen!

Ja, die Erwartungen der Bevölkerung an mich, an uns, ist je länger ich mich hier aufhalte, desto grösser! Uncle Joel ist das Lösungswort für allzu viele Ansprüche. Doch auch meine Ansprüche an sie, die hiesige Bevölkerung sind hoch, zu hoch vielleicht?
Ich werde mit Anfragen bomardiert mit den Anliegen von fliessendem Wasser bis ins eigene Haus oder gar für eine elektrifizierte Welt. Während ich der Prediger in der Wüste bin, dass nicht innert Jahren die Dorfzentren hier zu einem Abfallhaufen aus Plastik, unverrottbaren Papierkombinationen, Glasabfällen und anderen aus dem Norden und Nigeria importierten Stoffen, werden.

Doch nun einige Worte zum Projekt selbst.
Auch da gibt es Erfreuliches zu berichten, auf der andern Seite aber auch Einiges das kritisch betrachtet werden muss. Das Erfreulichste ist dabei sicherlich, dass die bis jetzt grösste Spende an unseren Verein hier aus dem Lande selbst an uns herankam, nämlich 2000 Euro um das Bagundu Health Center (Krankenstation der Presbyterian Church of Cameroon), mit fliessendem Wasser zu versorgen. Das Geld kam direkt aus dem Fond dieser kirchlichen Organisation (vormals Balser Mission, jetzt Mission 21) für welche ich vor drei Jahren hierher in die messaga kam, damlas aufgrund einer nicht funktionstüchtigen, aber neu eingerichteten Wasserversorgung mit Pumpwerk.
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Da schliesst sich also ein Kreis, denn eine Woche vor Weihnachten konnten wir die Krankenstation provisorisch an das letztes Jahr begonnene BBB (Ballin, Bakinjow, Bagundu) Wasserprojekt anschliessen! Etwas, was bis vor zwei Jahren als beinahe Umöglichkeit galt, weil bis dahin keine Quelle in entsprechender Meereshöhe gefunden worden war.
Wurzelwerk_verstopfung

Seit November sind die Männer der drei Gemeinden daran, in Fronarbeit über zwei Kilometer Wassergräben für insgesamt acht Wasserzapfstellen zu graben. Dies mit mittlerem bis grossem Erfolg, aber auch mit Frust was die Gemeinde Bagundu anbelangt. Die entsprechenden Brunnen werden zwischen Januar und März 09 erstellt, nachdem die Arbeiten bei der Krankenstation abgeschlossen sein werden.

Bild rechts: Eine Unangenehme Überraschung in einem, im letzten Jahr erstellten Kanal zwischen der Quelle und der Brunnenstube: Ein Wurzelwerk des Indian Bambus verstopft den Durchlauf des Wassers.

Für die messaga ändern sich aber nicht nur die stetig besser werdende Wasserversorgung, denn im Moment frisst ein grosser Caterpillar ab Baworo dem Flussort eine ca. zwölf Meter breite Schneise durch die Landschaft um mit einer Strasse durch die messaga hindurch, den Distrikthauptort Akwaya zu erreichen. Dieses Werk wird anscheinend durch arabisches Geld finanziert.
Eine, laut Aussagen im nächsten Jahr gebaute Brücke in Baworo wird das Leben hier sozusagen auf den Kopf stellen, denn bereits jetzt kommen erste Autos schwer beladen mit Bier und anderem Alkohol, aber auch wenigen anderen, nützlicheren Produkten wie zB. Zement hier an.

Nun doch noch ein kleines Messaga Müsterchen:
Das von Eva Prevost aus Scharans ins Englisch übersetzte Büchlein Hoffnung für die messaga von Marga Weinrich, welches unter anderen von Bagundu Chief Igelle, mit grösstem Interesse gelesen wurde, kann nun mit einem von ihm finanzierten Drucker hier in Kamerun gedruckt und verkauft werden.
Das Büchlein weckt grosses Interesse, jedoch dafür 1000 Franc CFA oder CHF 2.50 auszugeben, was ins Projekt fliessen würde, ja dies scheint der bis heute kaum lesenden Bevölkerung ein allzu grosses Hindernis zu sein, es zu kaufen! Lieber wird für eine Flasche Bier Fr. 2.00 ausgegeben.

Im kommenden März und April werde ich in der Schweiz weilen, während dieser Zeit möchte ich das messaga Projekt in die Presse, womöglich ins Fernsehen bringen.

Und zum Schluss noch dies:
Letzte Woche habe ich in Assaka den vor drei Jahren, an einem 18. geborenen ersten jung-Joel besucht!
Am Morgen erscheint eine Frau und sagt mir, ein Knabe sei geboren: Name Joel, das heutige Datum, der 18. was söll i dänn dazua no säga!

Gruass Joel

News 10.November

Mit dem neuen Programmm haben wir längst gestartet. Zusammen mit einem Ingenieur haben wir neue Linien für Wasserleitungen in verschiedenen Quartieren ausgearbeitet. Während ich hier in der Stadt bin, hoffe ich, dass die Leute in communitywork bereits am graben sind.
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Joe Aka und ich befinden uns seit einer Woche zum Wareneinkauf in Bamenda.Ich werde übermorgen bereits wieder in die messaga fahren. Vor allem wegen der noch hohen Flüsse wird der Warentransport erst in einer Woche vorgenommen.
Dafür hatten wir heute Kontakt zu einem Agro Ingenieur und werden ein paar Kilo Samen für den Start einer Baumschule kaufen. Jedes Jahr warten ist zu lange! Wir werden in den nächsten vier Monaten über vier Kilometer neue Leitungen erstellen und daran acht Brunnen bauen.

Ja eines muss ich noch sagen. Wie mich die Bevölkerung willkommen hiess, da liefen einige Freudentränen.
Ja, ich bin am richtigen Ort!
Joel

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News

Am Dienstag 14.Oktober startet Joel mit Ingenieur Angwere in die messaga. Dort werden erst Ausmessarbeiten für die neu zu erstellenden Wasserleitungen durchgeführt und danach geplant und ausgemessen was in den nächsten viereinhalb Monaten gemacht werden soll.

Anfang November wird Joel für Baumaterialeinkauf wieder in Bamenda sein. Er wird sich dann wieder mit News melden.

ENDLICH

Am 28. September ist es so weit! Mit Air Maroc fliege ich zu meinem dritten Kamerun Einsatz nach Douala.

Neu ist, dass ich dabei meinen Wohnsitz von der Schweiz nach Kamerun verlegen werde.

Nächstes Jahr habe ich eingeplant, im März oder Anfangs April in der Schweiz zu sein, um danach eine erste Regenzeit in Kamerun zu erleben. Dies um mich Themen wie der Wiederaufforstung widmen zu können und mich intensiver mit dem Erlernen des pidgin Englisch und der einen der drei Messaga Sprachen auseinander zu setzen.

Sicher aber auch einfach um zu erleben wie es in der Regenzeit dort zu und her geht!

Programm Okt.08 – März 09

• Priorität wird sein, die Wasserversorgung von Bakinjow unter die Lupe zu nehmen und auf Langzeitdauer herzurichten. Vor allem geht es darum, schlecht ausgeführte Schieber-Schächte neu zu erstellen und die Wasserleitung an exponierten Stellen besser zu decken und vor Feuer zu schützen

• Das letzjährige Projekt wird fortgesetzt:

zwei bis drei Kilometer neuer Leitungsbau mit den dazugehörigen Wasserzapfstellen.

• Von der PCC ( presbiterian Church of cameroon) haben wir eine Zusage von rund 2000 Euro, um ihre Krankenstation mit Trinkwasser zu versorgen und dies ohne einer Zuhilfenahme eines Generators als Pumpwerk

• Die nächste anzugehende Quellfassung ist jene starke Quelle in Bagundu, von welcher wir bereits jetzt etwas unterhalb der Quelle provisorisch Wasser beziehen. Ob dieses Werk noch 08/09 ausgeführt wird ist im Moment noch unklar

• So ganz nebenbei ist im Verlaufe dieses Sommers die Übersetzung ins Englische, des von Schwester Marga geschriebenen HOFFNUNG für die messaga gelungen.

Das Büchlein HOPE for messaga wurde von Eva Prevost Scharans sehr Gelungen gestaltet. Mehr darüber in Kürze unter Literatur

• Beide Werke sowie auch das Kamerun Tagebuch sowie die Doppel DvD können nach wie vor erworben werden.

Rückblick Ende Mai 2008

Zuallererst möchte ich einer für mich grosen Überraschung Ausdruck verleihen. Jener nämlich, dass diese Website in diesem Jahr monatlich mit grosser Regelmässigkeit um die 150 mal besucht wurde. Einerseits fordert dies heraus, diese Webseite aktuell zu halten, damit die Besucher wirklich auf dem laufenden gehalten werden können, andererseits möchten wir gerne Rückmeldungen erhalten und natürlich auch das Messaga-Ekol Projekt in geeignetem Rahmen vorstellen.

Afro Pfingsten. Die Ziellatte dieses Events hatte zumindest ich selbst sicherlich zu hoch gesteckt. Kontakte zu Kamerunern in der Schweiz (im stillen erhofft) kamen nicht zustande.

Dafür viele andere schöne Begegnungen!

GV Messaga-Ekol Kurz darauf war bereits die GV angesagt.

Beinahe zu schnell waren die Traktanden erledigt! Durch Hennie Mittner als Beisitzerin wird das Tandem Silvia Merk – Veronika Würth nun verstärkt.
Spenden : Sicherlich beachtlich ist die Summe von über Fr. 8000.- welche im letzten Vereinsjahr vorwiegend durch Spendengelder zusammen kam. Ein grosses Dankeschön an all diejenigen die uns in unserer Arbeit so toll unterstützen! Das Thema Geldbeschaffung bleibt trotzdem aktuell. Ein „Katalog“ mit einer Dia Schau um mögliche Sponsoren anzusprechen, ist entstanden.

Radio-Televisun Romontsch zeigt Interesse an einer kurzen Sequenz

Geben und Nehmen: Eine gelungene Zusammenarbeit ergab sich mit der reformierten Kirchgemeinde Almens, für welche ich im Beisein von Pfarrer Thomas Ruf letzten Herbst im Schulhaus Paspels vor Konfirmanden das Messaga-Ekol Wasserprojekt inkl. einer DVD Schau vorstellen durfte. Diese Konfirmanden ihrerseits veranstalteten in Thusis eine Weihnachtsaktion zugunsten des Projektes welches mit dazu beitrug, dass wir vor kurzem die Spende von über Fr. 1000.- in Empfang nehmen durften.

Die durch Diro und mich zusammengestellte Dia Schau gab einen Einblick ins Baugeschehen der vergangenen Monate.
Mavas Dorfszenen-005

Joe Aka war nach meiner Abreise ein erstes Mal in Buea, um unser Wirken von offizieller Seite absegnen zu lassen, was nicht so einfach ist. Er selbst weilt zur Zeit in Bamenda, da seine zweite Frau dort ein Kind erwartet und ein Kleinkind aus seinem Familienkreis im Juni durch Italienische Fachärzte an den Beinen operiert werden sollte. Diese Operationskosten werden durch Stefanie Neukom übernommen, da Joe Aka dies nicht selber finanzieren kann.

Solarenergie: Das Thema Solarenergie, auf für messaga-ekol mögliche Bedürfnisse abgestimmt werde ich mit Fachleuten genauer anschauen, stösst doch meine dortige Anlage auf reges Interesse. Jedoch noch zu teuer und vorallem zu kompliziert!

Die dortige Zunahme an billigen Generatoren welche vor allem viel Lärm und Gestank mit einer zu niedrigen Effizienz verursachen. Bis jetzt geben nur die bei uns schon längst ausser Mode geratenen „Sturmlaternen“ ihr spärliches Licht ab.

Die Sommermonate: Am 10. Juni werde ich für sechs Wochen nach Frankreich gehen. Dorthin wo ich Gil den Kameruner treffen werde, mit welchem ich eigentlich meine erste Kamerunreise geplant hatte. Seine Familie bzw. Sippe vom Stamm der Bamileke etwa 100 km. Entfernt von Bamenda besuchte ich auf meiner letzten Rückreise aus der Messaga.

Nächste Kamerunreise: Das vorläufige Datum für meine nächste Kamerunreise ist auf Ende Sept. vorgemerkt.
Arche
Einladung: An dieser Stelle möchte ich Mann wie Frau zu einem Kamerun Besuch verbunden mit einem Messaga-Aufenthalt einladen. Keine Angst es gibt ein Dach über dem Kopf und wer sich darüber hinaus beschäftigen möchte, dem sind beinahe keine Grenzen gesetzt.
30.5.2008 joel c.

Mitte März 2008

Am Dienstag 18. März findet die Einweihung des zweien Wassersystems in Ballin statt. Die Arbeiten sind fertiggestellt und das Wasser fliesst.

Februar 2008

Die Quellfassung mit dem Reservoir ist mittlerweile fertiggestellt. Der Leitungsbau zwischen Reservoir und dem Ort, an dem das Wasser benötigt wird, ist immer noch in vollem Gang. Mittlerweile ist auch der Bau eines kleinen Reservoirs beim Zielort gestartet, aus diesem Reservoir werden dann die Brunnen direkt gespiesen. Die Arbeiten gehen gut voran und sollten planmässig abgeschlossen werden können.

Joel wird nun noch ca. für einen Monat in der messaga sein, danach sind noch ein bis zwei Wochen Ferien und Reisen im Süden Kameruns angesagt, bevor er dann gegen Mitte April wieder in die Schweiz zurückkehrt.

Ende Januar 2008

Die Baustelle für die Wasserversorgung Phase Zwei ist, wenn auch geländemässig sehr schwierig, da Steinblöcke den Aushub des Reservoirs erschwerten, erfolgreich gestartet. Vorgestern, Freitag 26 Jan. konnte mit dem Aufmauern des rund gemauerten Reservoirs gestartet werden.
Es brauchte jedoch gerade für community work einige Male ein Ausrufen meinerseits. Mit Erfolg, in den letzten Tagen waren jeweils 40 bis 50 Leute im Einsatz Steine zur Baustelle hin zu bringen.
fundamentDie Stimmung bei der Bevölkerung ist auf unserer Seite.
Noch kann sich zwar niemand so richtig vorstellen, wie Wasser um einen Berg herum erst hinunter geleitet wird um dann in die Höhe zu fliessen wo bis heute kein Wasser war. Dank dem, dass die letztjährige Wasserversorgung funktioniert vertrauen die Leute schlussendlich mir, mit meinem zum guten Glück beinahe unaufhörlichen Optimismus.
Unser Glück war, dass wir per Zufall beinahe auf eine zweite Quelle stiessen. Nach aufmauern des Reservoirs und Beendung der Quellfassungen gilt es also die zweieinhalb Kilometer lange Leitung in den bereits bestehenden Graben zu legen, um dann in GS Ballin mit Hilfe des ankommenden Wassers das Verbraucherreservoir zu bauen.
Irgendwann im März sollte es dann so weit sein, dort von einem Wasserhahn dieses kostbare Nass zu schöpfen.

Anfang Januar 2008

Nachdem die Arbeiten über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel stillgelegt waren, Ist nun im Januar der Start für ein Projekt um drei Dörfer mit Wassser zu versorgen, nachdem nun vorgängig eine 2.5km lange Wasserleitung gegraben werden musste.

Joel konnte nebenbei sein erstes Sonnenoffenbrot geniessen, Ende Januar wird er dann wieder nach Bamenda reisen.

Am vergangenen Donnerstag war ein ganz besonderer Tag, es fand eine grosse Zeremonie statt, weil eine neu gefundene Quelle aufgegraben werden konnte. Am Samstag konnte Joel sein grosses Zelt aufstellen.

 

 

Erlebnisberichte aus dem Jahr 2007

Ankunft in Kamerun

Sonntag Abend des 21.Oktobers: Ankunft in Yaounde nach einem ruhigem Flug. Extrem für mich bereits während dem Flug die Gegensätze: Bedient zu werden mit eingepacketem Essen, andererseits unter mir die Sahara, währendessen am Bildschirm ein langer Film über die Rhätische Bahn zu sehen war…
Und schon bin ich wieder in Afrika, ich brauche mehr als einen Tag um mich wieder wohl zu fühlen, angefangen beim Morgenessen, bei dem ich gerne ein Stück Brot essen würde. Stattdessen bekomme ich irgendwo am Strassenrand an einem Stand ein milchiges warmes Maisgetränk und dazu gebackene Kugeln aus Kochbananen, so wie es die Einheimischen hier auch essen. All das schmeckt recht gut und vorallem zu einem Preis von umgerechnet 30 Rappen. Ganz in der Nähe entdecke ich Leute die aus einem Abfallcontainer brauchbare Sachen entnehmen. Aber bald schon wieder fühlte ich mich wie Zuhause. kanu_klJo Aka empfing mich mit einer Riesenfreude. Zusammen fuhren wir südwärts nach Ngoulemakong. Oh, dieses Wort konnte ich mir die ersten zwei Tage unmöglich merken. Die Strasse in Richtung Süden ist für hiesige Verhältnisse fantastisch gut, dies ist aber nicht weiter verwunderlich, da der Präsident aus dieser Gegend kommt. Wir fuhren weiter in Richtung Süden, beinah bis zur Grenze Gabuns, da ich dort ein Holzfällercamp besuchen wollte. Der Regen machte uns aber sieben Kilometer vor dem Ziel einen Strich durch die Rechnung. Einzige Einsicht in dieser Situation, den kamerunische Primärwald muss man bereits weit im Süden suchen gehen.

Als nächstes geht die Reise nach Bamenda und eine Woche später bereits in die messaga. Die Reise werden wir ohne Auto machen, weil die Flüsse noch zu viel Wasser führen…

Nachricht vom 29. Novemver

Montag und Dienstag dauerte unsere Reise zehn Stunden zu Fuss und drei Stunden mit dem Auto bis wir schliesslich Bamenda errichten, nun sind wir bereits in Bali. Gestern traffen wir uns mit einem Ingenier und Paul dem Maurer. Auftrag Wasserprojekt Phase II ist gestartet.
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Momentan sind Grabarbeiten in Community Work für eine 2.5km lange Leitung in vollem Gange. Aus zwei Dörfern sind ca. 40 Leute im Einsatz. Eine weitere Freude am nächsten Montag: Ebensoviele Bagundu Frauen kamen zur Arche um das hochstehende Gras zu roden. Es war eine total gute Stimmung, ja die Messaga Leute sind mir gut gesinnt.

Joel Calonder

Standortbestimmung

Vor wenigen Tagen hat Joel Calonder endlich sein Visum für einen Zeitraum von sechs Monaten für Kamerun erhalten. Der nächsten Reise steht also nichts mehr im Weg, gegen Ende Oktober wird es dann losgehen. Sobald er in Yaounde eingetroffen ist, wird er zwei Projekte besichtigen. Zum einen ist dies Fonjak, ein Forst und Landwirtschaftsprojekt des Vereins Grünwerk Winterthur, zum andern Otélé, ein Brunnenbauprojekt, welches unter der Stiftung St. Martin der FIrma Alfred Müller, Baar läuft.

Zwischen dem 10. und 15. November wird er in Bamenda-Bali den Wasser Ingenieur Angwere treffen um mit ihm das Geplante zu besprechen. Was genau in den nächsten sechs Monaten laufen wird, wird erst dann entschieden, da noch einiges abgeklärt werden muss. Es wird diesmal ein etwas ungewisser Start im Vergleich zum letzten Jahr. Doch so wie wir Joel kennen, wird er wiedermal zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, damit alles klappt und ins Rollen kommt.

Unlängst als Joel in Chur den Einkauf einiger Wasserhahnen für die messaga machte, wie er dies auch schon vor einem Jahr tat, fragt der Lagermitarbeiter ihn, ob dies wieder für Afrika sei. Es entstand ein kurzes Gespräch, gleichentags erhielt Joel die Adresse von Dr. Michaela Pelikan, die ihrerseits bisher schon über drei Jahre in Kamerun tätig war. In einem Telefongespräch mit ihr, erfuhr Joel, dass sie Ethnologie studierte, über die Bororo, bei einem derer Stämme bei Bali, durch Joel ein Kleinwasserwerk einstand. Ebenfalls kennt Sie Gregory Feh, einer der Schlüsselpersonen in Bali. Ein Bororo Vertreter komme nächstens in die Schweiz, es wäre möglich dass dieser am 20. Oktober in der Werkstatt dabei sein wird.

Februar/März 2007

Heute, es ist der 5. Februar, verbringe ich meinen letzten Tag in Bamenda. Morgen gehts wieder zurück in die messaga. Gestern habe ich im Haus in Bali bei einer Frülingsputzete einen spektakulären Fund gemacht. Ich habe ein etwa postkartrengrosses, vierzig Seiten umfassendes Büchlein mit dem Titel “Hoffnung für die messaga” gefunden. Geschrieben von Schwester Marga Weinrich, welche in Bagungdu ab dem Jahre 1970 für über zwanzig Jahre das Healthcenter führte. Im Büchlein fand ich sehr viele für mich wertvolle Informationen.Leider lebt Schwester Marga heute nicht mehr.

Letzten Samstag gab es in Bali eine Übereinkunft welche zum Ziel hatte, für eine Fulani Gemeinschaft welche ich bei meinem ersten Messaga Aufenthalt schon kennen lernte,Pläne für eine Quellfassung mit einem vier Kubikmeter grossen Reservoir zu erstellen .Die Fulani sind eine Volksgruppe die sehr gut vergleichbar ist mit dem Walservolk in der Schweiz. Die Fulani leben vielfach in Streusiedlungen die meist in höheren Lagen zu finden sind. Sie betreiben Viehzucht . Die Ausführung der Bauarbeiten für das Reservoir macht Paul , welcher schon die Quellfassung in der messaga gemacht hat.

Nun gehts nochmals ab in die messaga. Auf meiner Reise dorthin werde ich unter anderem sechs Säcke voll mit Reis mitnehmen. Jeder Sach wiegt fünfzig Kilo. Alles für den Jugendtag bzw. die Tage vom nächsten Wochenende.

Es ist bereits der 8. Februar und ich bin nun schon wieder zwei Tage zurück in der messaga. Hier scheint im Moment das ganze Volk auf den Beinen zu sein. Am Samstag ist hier in Kamerun Jugendtag, das hier als ein mehrtägiger Event gefeiert wird. Der Graben für die Wasserleitung ist über eine Länge von 1 Kilometer mit mittlerweile fünf Brunnen von den zehn geplanten, erstellt. Doch in diesen Tagen wird nicht viel gearbeitet, eventuell wird noch der obere Betonkranz für die Arche II fertiggestellt. Ich werde nun noch bis Ende März hier in der messaga sein und am 1. April geht dann mein Flieger zurück in die Schweiz.

In dieser Woche wurden die Leitungen in den Graben gelegt und zusammen mit den Wasserhahnen montiert. Der Arche II wurde in dieser Woche das Dach aufgesetzt. Das Dachgerüst wird dabei am Boden zusammengestellt, es sieht aus wie ein Trichter. Es besteht aus Stangen die durch Schlingpflanzen zusammengehalten werden. Beim Aufrichten wird der Trichter dann umgedreht und auf den Rohbau aufgesetzt.

Ich werde nun noch zwei Wochen hier in Bamenda sein, danach starte ich noch eine Reise durch den Urwald im Süden des Landes, die ungefähr eine Woche dauern wird.

Januar 2007

Es geht zügig voran, das Wasserreservoir ist fertig aufgemauert, morgen beginnen die Arbeiten für das Graben der Leitung. Das wird bei dem harten trockenen Boden kein Zuckerschlecken. Das Fundament für mein Rundhaus ist erstellt, wir beginnen mit den Aussenmauern aus den Erdziegeln die wir gemacht haben. Während der letzten Tage musste ich mich mit Medikamenten über Wasser halten.

Am Nachmittag des 21. Januars gab es eine Mammutsitzung mit ca. 70-80 Beteiligten. Jetzt, nachdem das Wasserreservoir beinahe fertiggestellt ist, ist Graben angesagt. Alle wissen, dass am 17. März die Arbeit eingestellt wird, bis dann muss alles fertiggestellt sein.

Gegen Ende Januar macht Joel eine Reise nach Bamenda:

Hallo Freunde, wer auch immer! Ich bin da in Bamenda, in der Zivilisation, für zehn Tage, alle Nachrichten in meinem Email Konto sind gelöscht. Der Grund dafür ist, dass die Mailbox voll war und über einen Monat nicht mehr geöffnet wurde. Emails nach dem 1. Dez. 06 landeten also im Nirvana. Deshalb wäre ich froh wenn ihr mir Mails nochmals senden könnt, falls ihr mir in dieser Zeit geschrieben habt.! Ich habe nun eine neue Adresse:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Jedoch, ich will nicht klagen, nein ich darf euch melden dass ich gesund bin und recht mutig.
Der Projektstand in der Messaga ist, dass das Wasserreservoir gebaut ist, dass in community work mit dem Graben, der erst einmal 1200 meter langen Wasserleitung begonnen wurde. Auch sind sie daran vorerst sieben Wasserzapfstellen zu bauen, welche ich hoffentlich nicht wieder demolieren muss wie die erste. Es sollte also zeitlich drin liegen, das Reservoir noch im März in Betrieb zu nehmen.
Paralell dazu läuft die Baustelle Arche II, für welche das Gras für die Dachabdeckung bereit steht und zur Zeit 14o Stück Rundholzlatten von 5 – 6 Meter Länge bereitgestellt werden.
So wird also anfangs Febr. wenn ich zurück bin, das Dach aufgerichtet. Ein Zufahrtsweg wurde von einer Schulklasse fahrbar hergerichtet. Sie wollten Geld sammeln für den 11. Februar wenn in Kamerun Jugendtag mit vielen Aktivitäten sein wird. Fotos von all dem was ich nun berichte werdet ihr Anfangs Febr. zu Gesicht bekommen, da ich eine Disk oder so was Michu Aellen, einem Schweizer, mit in die Schweiz geben kann.

Für mich ist momentan eine ausserordentlich intensive Zeit, muss ich doch weiteres Material besorgen, da wir nun statt gut 1200 Meter Leitung über 2000 Meter benötigen. Doch es geht voran. Gerade gestern brachte mir Jo Aka die Meldung dass die Grabarbeiten gut vorankommen.

 

 

Erlebnisberichte aus dem Jahr 2006

Dezember 2006

Joel versuchte in den letzten Tagen immer wieder, Kurznachrichten mit dem Mobiltelefon zu versenden, doch diese Versuche scheiterten meistens. Heute rief er an, die Verbindung war zwar nicht sehr gut, doch einiges kann ich hier doch weitergeben.
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Inzwischen haben wir die Brunnenstube aufgemauert, momentan ist der Aushub des Reservorirs in Arbeit. Es läuft sehr viel und alle helfen kräftig mit. Besonders beeindruckend sind etwa 100 Schulkinder, die mit Kacheln und Schüsseln an einem halben Tag etwa soviel Sand transportieren können wie dies ein vollbeladender dreiachsiger Lastwagen schafft. Dies sind ungefähr acht Kubikmeter.
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Am 16. Dezember sind die Arbeiten für die Brunnenstube abgeschlossen. Bereits fliesst das Quellwasser hindurch. Der Aushub für das 15 Kubikmeter fassende Reservoir ist gegraben. Am Monat wird Comunity Work sein, am Mittwoch wird die Bauequippe aus Bamenda an die Weihnachtsfeier gehen. Die Baustelle wird bis Anfang Januar ruhen.

Am Montag wird mir offiziell im Beisein der Ältesten mit einer Zeremonie ein Bauplatz zugeteilt. Als erstes wird darauf wohl ein Rundhaus entstehen, die Arche II.

Am 22. Dezember, nach einem zweistündigen Marsch erreiche ich den Grenzfluss Niger, nach weiteren zwei Stunden grüsst mich ein mir Unbekannter mit “Uncle Joel”, Wie dass? Ich bin weit von der messaga entfernt…Weiter geht die Reise per Motorrad und danach mit dem Autotaxi, Themen die mich momentan begleiten: Buschfeuer, Wasser, Brennholz für die Stadt, wo führt das hin.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, heute ist der 29. Dezember. Ausklang, Einklang, Enttäuschung und Freude zugleich. Gestern war auf der Baustelle Comunity Work, aber es waren nur einige Frauen da. Gleichentags im Dorf daneben, Frauen, Männer, Kinder, insgesamt ca. 90 Personen die Wasser tragen.
beimwassertragen
Heute wurden ca. 600 Erdziegel angefertigt, am Schluss gab es ein von mir bezahltes Schwein, gestochen, zerlegt und genaustens verteilt. Ist das eine Szenerie.

November 2006

Statt einer Freudenbotschaft gibts nur eine Bestandesaufnahme! Wie gross war die Freude, nach acht Tagen warten, endlich eine Nachricht von der Bank in Bamenda zu hören, dass der Geldtransfer CH-Kamerun geklappt hat.
Einziger Wermutstropfen: statt deren 5500 Euro kamen nur 550 an. Es geschah weil ich nur telefonisch Verbindung mit Thusis hatte.Der Projektstart wird also um eine Woche verschoben: Einzig ich mag nicht mehr warten.
So wird Josef Aka und ich morgen, spätestens am Samstag in die messaga fahren. Ich schicke euch gerne ein wenig Wärme
Gruss joel am 13. November

Ipandä (Nachmittäglicher Gruss in Bagundu)

Ja, der Joel is wieder mal am lernen! Nun schreiben wir schon den sechsten Tag , nachdem wir hier ankamen. Nach einer Nacht, in der wir zu viert in der Kabine eines Mercedes Trucks durchfuhren, kamen wir total gerädert an. Doch wir wurden mit einem lauten Willkommensgruss empfangen.
Am vergangenen Montag ging ich auf die Baustelle, auf der ich niemanden vorfand. Die Zeit drängt, ein Bachübergang muss hergerichtet werden, damit anschliessend der Sand transportiert werden kann. Ich stürze mich in hohe Schuhe und los geht’s…
und siehe da, plötzlich stehen zwanzig Männer um mich, kurz darauf entsteht eine Minibrücke. Und unter anderem gibt es einen bejubelten Zweikampf Joel – ….
Nach fünf Arbeitstagen konnten wir eine Quelle offenlegen.
saquere iaru (Gute Nacht)

Joel am 8.Dezember

wasserfall

Mein Drang, endlich in die Messaga zu fahren, war nach beinahe drei Wochen in und um Bamenda nicht mehr zu bremsen! Zusammen mit Jo Aka und Moses dem angeheuerten Chauffeur – er vorerst als Beifahrer – fuhren wir am Samstag morgen 25.11.06 los. Welche Überraschung für mich, auf der Ring-Road in Richtung Bifang das Erleben eines Wasserfalles geniessen zu können.

Strassen in Afrika_kleinAb Bifang übergab ich das Steuerrad! Und dass ich gut tat daran zeigt dieses Bild. Da ist denn keine Rede mehr von ausgewaschener Strasse! Der Benzinkonsum von ca. 30 Litern über die 120 km von Bamenda nach Bagundu – messaga – ekol sagt sicherlich alles aus. Um bei Bawuru einen Fluss zu überqueren, mussten wir bis Sonntag warten, da Eingeborene zuerst einen Weg zum Ufer freischneiden mussten. Die Dramatik der Überquerung hielt uns während ca. einer Stunde auf Trab. Einerseits beim Eintauchen ins Wasser, konnten wir doch nicht genau voraussehen ob der Toyota Motor der Wassertiefe gewachsen sei.

flussueberquerung_kleinUnd siehe es ging. Das Herausfahren auf der andern Uferseite war ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Ein schlammig, weicher Boden, auf dem das vorwärts kommen fast unmöglich war. Wir füllten die Spurrinnen im Schlamm mit kleinen Steinen aus, damit die Räder nicht durchdrehen. Nach mehrmaligem Vor und Zurückfahren gelang es. Wir überquerten den Fluss schadlos.

Und somit waren die letzten 12km bergan nur mehr das Dessert. In Ballin GS wurden wir wie Helden empfangen. Sehr viel starkes und ehrliches Händedrücken aber auch spontanes Umarmen erlebte ich in den folgenden Tagen.
Beeindruckt war ich beim Antreffen von etwa vierzig Eingebohrenen, welche in community work mit Pickeln, Schaufeln und Buschmessern daran waren, einen einkilometer langen Weg zur Baustelle des Wasserreservoirs zu erstellen.

kinder_kleinDie von Josef Aka einberufene Sitzung in der Schule von GS Ballin liess jeden Zweifel zerrinnen, dass das Interesse der Menschen in der messaga nur dann präsent ist, wenn ich mit Geld aufkreuze. Wenn auch mit über zwei Stunden Verspätung (in Afrika ganz normal) so würde ich an dieser Stelle am liebsten einen Film über diese sehr eindrückliche Sitzung mit schlussendlich gegen 70 Anwesenden zeigen, worunter sogar der Schuldirektor der gerade neu eröffneten Sekundarschule dabei war.
Eine sechsstündige Nachtwanderung, bei der wir in einem Haus auf einem harten Mattenlager übernachteten, liess Josef und mich nochmals nach Bamenda kommen. Das Auto liessen wir in Flussnähe auf der messaga Seite zurück. Hoffentlich klappt’s dieses Mal mit dem Geldtransfer!

Erste News aus Kamerun

Nach Reto’s Heimkehr vom 7. November 06, hat Joel sofort mit seiner Projektarbeit in Bamenda begonnen. Er wird weiterhin, sofern möglich, die Besucher und Besucherinnen hier an dieser Stelle mit aktuellen Infos und Neuigkeiten vor Ort versorgen.

Die messaga-ekol Beschriftung auf dem Auto wird hier aufmerksam gelesen und danach gefragt.
Als ein Glücksfall scheint sich das Kamerun Wappen herauszustellen, das auf dem Logo als Aufschrift auf dem Aufo zu sehen ist. Dürfen doch Autos mit Wappen da ( staatlich) auf der Strasse nicht angehalten werden: Bis jetzt stimmts!
Noch hat das Auto die Bündner Nummer; doch alle Papiere betreffend Verzollung sind gemacht. und dies zu einem sehr günstigen Preis!
Bis Ende nächster Woche sollte es so weit sein, dass wir in die messaga fahren werden.

Bamenda 13.11. 06