Leitbild

Ausgangslage
"Ein Reicher in der Fremd' ist überall zu Haus, und fremd ein armer Mann in seinem
eignen Haus." Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen
Fremd ist uns in unseren Breitengraden weder Hunger noch Bildung. Uns stehen zu
jeder Zeit und an jedem Ort immer mehr Nahrungsmittel, Medizin, Wissen und
Informationen zur Verfügung. Auch wenn wir manchmal Mühe haben mit diesem
Überfluss und der Informationsflut umzugehen, dürfen wir uns glücklich schätzen, dass
uns ein solch reiches Angebot an täglichem Brot, medizinischer Betreuung und
Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung steht. Doch dieses Angebot ist nur wenigen
Menschen auf dieser Welt zugänglich. Was Information anbelangt, wäre man in vielen
Ländern unserer Welt schon glücklich, wenn man lesen und schreiben könnte.
Denjenigen, die lesen können, steht oftmals kein Zugang zu jenem Wissen zur
Verfügung, das wir in der technisierten Welt Allgemeinwissen nennen. Das allgemeine
Wissen ist weltweit gesehen sehr rudimentär, obwohl sich alle paar Jahre das Wissen
verdoppelt und theoretisch auch jedem zugänglich sein sollte. Wer Wissen nicht
sammeln kann, ist auch nicht in der Lage, es weiterzuvermitteln. Was nicht
weitervermittelt wird, wird auch nicht gelebt. Was nicht gelebt wird, wird auch nicht
erfahren. Die Erfahrung des Wissens sollte dennoch allen Bürgern dieser Erde möglich
sein für eine gemeinsame Zukunft und für einen gemeinsamen Lebensstandard.
In vielen Ländern auf unserer Welt sind die Schulsysteme ungenügend. Veraltete
Lehrmethoden, teure Schulgebühren, fehlendes Material und Korruption zwingen
Menschen dazu, schlecht ausgebildet oder ohne Schulbildung ins Berufsleben
einzusteigen, von Fortbildung ganz zu schweigen. Eine Auswirkung sind Armut und
Wirtschaftsflucht.
Bei der klassischen Entwicklungshilfe in Landwirtschaft und Medizin werden
grösstenteils nur Symptome bekämpft, mit Vermittlung von Bildung versuchen wir die
Ursachen zu bekämpfen.
Die Informationstechnologie mit all ihren Möglichkeiten trägt als Werkzeug zur Erhöhung
der Bildung bei, weshalb sie weniger entwickelten Ländern nicht vorenthalten werden
darf. Unsere Idee ist die parallele Entwicklung auf allen Bedürfnisebenen - Technologieund
Wissenstransfer gehört zu den Grundbedürfnissen für eine ausgewogene und
zukunftsweisende Hilfe zur Selbsthilfe.
Unsere Verantwortung
Die tragende Säule der Entwicklungszusammenarbeit ist unser allgemeines
Bewusstsein, dass Hilfe an Bedürftige unsere Pflicht ist. Die Mitglieder des Vereins
Techshare betrachten es als ihre Aufgabe, dieses Bewusstsein zu stärken und durch
gezielte Entwicklungsförderung einen Beitrag zur gerechten Verteilung allgemeiner
Güter - insbesondere des IT-Wissens und des durch das Internet zur Verfügung
stehende Wissen- zu leisten, um damit das Weltbildungsniveau zu heben und
längerfristig Wirtschaftsflucht und Armut zu bekämpfen.
Im Gegenzug dazu ist es ebenso unsere Pflicht die kulturellen Reichtümer anderer
Kulturen zu respektieren und einer breiten Öffentlichkeit zugängig zu machen. Dies dient
hauptsächlich der interkulturellen Verständigung, was im Zeitalter der Globalisierung
immer wichtiger wird. Die Lösung für die Probleme von unterentwickelten Ländern kann
nicht von aussen kommen. Wir wollen die Werkzeuge zur Verfügung stellen, damit
Betroffene ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen können.
Unser Auftrag
Techshare ist ein selbstständiger Verein mit Sitz in der Schweiz, gegründet im Jahr
2005.
Techshare vereint soziale, ökologische und ökonomische Aspekte, um einem modernen
Verständnis von nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit gerecht zu werden. Ziel ist
es, unterentwickelten Ländern – bevorzugt Westafrika – Zugang zur
Informationstechnologie (kurz IT) zu geben, um dem zunehmenden sozialen Gefälle
zwischen „Nord und Süd“ entgegenzuwirken.
In Partnerschaft mit Schweizerischen Bildungseinrichtungen können unsere Ziele besser
erreicht werden. Der Bildungsstandard und der technische Support ist somit durch
kompetente
Institutionen und Fachleute gewährleistet. Dabei wird der Migrationsgedanke erfasst.
Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort werden gewährleistet. Somit hilft TeCHshare,
Menschen Möglichkeiten im eigenen Land zu bieten und Wirtschaftsflucht zu vermeiden.
Dieser Auftrag resultiert aus dem Zusammenspiel der folgenden Zielsetzungen:
• die nachhaltige Vermittlung von spezifischem Wissen der und durch
Informationstechnologie;
• den Wissenstransfer in Zusammenarbeit mit Know-how Trägern (z.B.
Fachhochschulen);
• den Aufbau von Kompetenzzentren vor Ort;
• das Bereitstellen adäquater IT-Infrastrukturen und auch deren fachgerechter
Entsorgung;
• die gezielte Förderung benachteiligter Bevölkerungsgruppen;
• das Betreiben von Öffentlichkeitsarbeit
Zur Erreichung der Ziele handelt die Techshare konfessionell und politisch neutral.
Unsere Themen und Handlungsfelder
Unsere Projekte haben zum Ziel, die Möglichkeiten der Informationstechnologie in
unterentwickelten Ländern aufzuzeigen und zu verbreiten, um auf diese Weise breites
Wissen zu Verfügung zu stellen. Unter Möglichkeiten der Informationstechnologie
verstehen wir die Verbreitung von Lehrmitteln sowie Informationen aller Art vor allem im
Bereich Wirtschaft und Medizin über Internet/Datenträger an ein Kompetenzzenter vor
Ort. Unsere Arbeit wird begleitet in der Zusammenarbeit mit Schweizerischen
Bildungseinrichtungen.
Derzeit stehen folgende Handlungsfelder im Zentrum unsere Aktivitäten:
IT-Bildung für benachteiligte Bevölkerungsgruppen in unterentwickelten Ländern
• Durch die Nutzung von freiem Wissen und Informationen wird das Bildungsniveau
auf breiter Ebene angehoben. Dies trägt zu nachhaltiger Entwicklung aus eigener
Kraft bei.
• Ein Pool von ausgebildeten IT-Fachleuten wird für alle Sektoren in Ländern des
Südens verfügbar.
Aufbau von IT Infrastruktur zur Nutzung durch benachteiligte
Bevölkerungsgruppen in Ländern des Südens
• Die Bevölkerung hat Zugang zu allen Informationen auf dem Internet.
Bibliotheken aufzubauen ist wesentlich umständlicher.
• Schaffung von attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsplätzen vor Ort
• In Kompetenzzentren wird Wissen verfügbar. Die Kombination von alter und
neuer Informationstechnologie trägt dazu bei, dass auch die Ärmsten in die
globale Informationsgemeinschaft einbezogen werden können.
• Informationen über unterprivilegierte Völker und ihre Perspektiven gelangen auf
das Internet. Dies hilft mit, Informationen über die Lebenssituation, ihre Stärken,
ihren kulturellen Reichtum zu verbreiten.
Beschaffung von Spenden (Sachmittel und Geld) in der Schweiz
• Zusammenarbeit mit KMU und Grossfirmen zur gerechten Verteilung nicht mehr
benötigter aber noch funktionierender IT-Geräte
• Öffentlichkeitsarbeit zur Beschaffung von Spenden, um sowohl den Aufbau von
Schulen und IT-Zentren zu finanzieren, als auch den Transport der Güter in die
Zielländer zu finanzieren
• Organisation des Rücktransports nach Europa zur fachgerechten Entsorgung
nicht mehr zu gebrauchender IT-Geräte
Unsere Erfahrung
Unsere Erfahrung aus konkreten IT-Projekten in Afrika hilft uns, angepasste Technologie
zu berücksichtigen, den Umständen entsprechende Installationen anzuwenden und
umweltschonendes Gedankengut einzubringen. Dazu vertreten wir eine nachhaltige
Entwicklung und beziehen Benachteiligte (vor allem. Frauen und Jugendliche) in diesen
Entwicklungsprozess ein.
Unsere Vorteile zum Erfolg:
• das Know How
• die Beziehungen in Übersee
• die Erfahrungen mit ICT in Übersee
• Kenntnisse der Mentalitäten und Umgangsformen
• Kenntnisse der gesellschaftlichen Eigenheiten (z.B. Hexenglaube)
Unsere Vision
"Wo wir uns bilden, da ist unser Vaterland." Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Bildung vor Ort als Beginn von Hilfe zur Selbsthilfe. Die Informationstechnik hilft, den
Wissenstransfer in weniger entwickelte Länder zu erleichtern, wo dies nicht aus eigenem
Antrieb geschehen kann. Wenn die Menschheit das Lernen gelernt hat, dann weiss sie
auch mit dem erlernten Wissen umzugehen. Fernes und Glorifiziertes rückt näher und
entsteht zuhause - der Arme findet sein Zuhause und fühlt sich daheim. Er hat gelernt
Fische zu fangen und hungert nicht weiter. Er hat gelernt Wissen zu erfahren und dürstet
nicht weiter nach materiellen Reichtum, denn diesen kann er nun selbst erschaffen. Ein
Traum, der es wert ist zu träumen.

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